Mask production at Continental
© Continental AG

Corona-Pandemie: Continental produziert täglich 80.000 medizinische Masken in Hannover-Stöcken

  • Weltweit mehr als 232.000 Mitarbeiter benötigen Masken bei der täglichen Arbeit
  • Hannover-Stöcken versorgt alle europäischen Standorte des Technologieunternehmens
  • Produktion von rund 80.000 chirurgischen Masken (Typ IIR / höchster europäischer Standard) am Tag
  • „Beispielloser Teamgeist“: Aufbau der Maskenproduktion innerhalb kürzester Zeit

Hannover, 10.09.2020. In nur viereinhalb Monaten hat Continental aus dem Nichts eine professionelle Produktion für medizinische Masken am Standort Stöcken auf die Beine gestellt. Seit Kurzem können täglich 80.000 sogenannte „IIR-Masken“ gefertigt werden. Dies sind chirurgische Masken, wie sie auch von medizinischem Personal etwa im Operationssaal getragen werden. Der Bedarf an hochwertigen Schutzmasken ist groß. Weltweit beschäftigt das Technologieunternehmen mehr als 232.000 Mitarbeiter in 59 Ländern und Märkten. Sie alle benötigen in Coronazeiten Masken für die tägliche Arbeit. Schutzmasken sind das Herzstück von Continentals globalem strengem Hygienekonzept. „Der Schutz und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist nicht erst seit Ausbruch der Pandemie für uns das Wichtigste. Sie erhalten dafür die bestgeeignetste Schutzausrüstung. Und wir passen unsere Prozesse und Systeme an, um das Infektionsrisiko zu minimieren“, erklärt Dr. Christian Feldhaus, Leiter Corporate Safety & Health, die große Verantwortung als weltweit tätiger Arbeitgeber in Zeiten einer Pandemie. Stöcken ist neben Shanghai in China und Winchester im US-Bundesstaat Virginia einer von drei Produktionsorten, an denen jetzt Masken hergestellt werden. Der niedersächsische Standort versorgt dabei die Mitarbeiter in allen europäischen Werken von Continental mit den dringend benötigten Schutzmasken.

In gut vier Monaten vom Automotive-Unternehmen zum Maskenproduzenten

Wie wird ein globales Automotive-Unternehmen innerhalb kürzester Zeit zum Hersteller von medizinischen Produkten? Mit „beispiellosem Teamgeist“, wie Eike-Christian Schmid sagt. Er ist am Standort Stöcken verantwortlich für die schnelle und ungewöhnliche Erweiterung des Produktportfolios. „Wir haben im April bei null angefangen“, erklärt Schmid. „Niemand wusste, wie man Schutzmasken herstellt. Wie wir uns dann das Wissen beschafft haben, wie wir über viele Geschäftsbereiche hinweg alle an einem Strang gezogen haben, das ist herausragend.“ Der Erwerb einer Produktionsanlage für Masken, der Aufbau eines klinisch sauberen Arbeitsumfelds, Verträge mit Materialzulieferern, Fragen der Logistik, des Vertriebs und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit medizinrechtlichem Regelwerk und dem Gewerbeaufsichtsamt – die Herstellung von medizinischen Masken ist ein komplexes Unterfangen.

Continental produziert chirurgische Masken des Typs IIR (höchster europäischer Standard). © Continental AG

Das Engagement aller Beteiligten in schwierigen Zeiten – Kurzarbeit, Homeoffice, Verunsicherung über die Auswirkungen der Coronakrise – zahlt sich aus. Normalerweise werden in Stöcken in der hauseigenen Maschinenfabrik Conti Machinery schwere Produktionsanlagen für Reifenwerke gebaut. Dazu produziert die Vormaterialfabrik jene Gummimischungen, die zur Herstellung von Reifen benötigt werden. In Gebäude 45 aber werden jetzt auch Schutzmasken gefertigt. Dafür wurde in einer Halle eine Raum-in-Raum-Lösung installiert. In diesem 120 Quadratmeter großen Produktionsraum garantieren ein sicheres Schleusensystem für Mitarbeiter und Material und eine Belüftungsanlage mit fünffachem Luftaustausch, dass die Masken höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen. Seit Ende August werden pro Minute bis zu 80 Masken produziert, rund 80.000 Masken am Tag. Continental hat sich dabei für den Maskentyp IIR (höchster europäischer Standard) entschieden, der sich in Atmungsaktivität und bakterieller Filterung (dem sogenannten BFE-Wert) von anderen Maskenarten positiv unterscheidet. Diese Variante filtert > 98 Prozent möglicher Bakterien und Viren aus der ausgeatmeten Luft und sorgt somit für einen Eigen- und Kollektivschutz aller Mitarbeiter. FFP-Masken zum Beispiel dienen eher dem Eigenschutz, weil vor allem die eingeatmete Luft gefiltert wird.

Bei Continental arbeitet nun ein Dutzend umgeschulter Mitarbeiter, die sonst als Anlagenbauer, Schlosser oder Logistiker tätig sind, in drei Schichten in der Maskenproduktion. Auch Projektleiter Eike-Christian Schmid durfte sich für diese Aufgabe mit ganz neuem Terrain vertraut machen. Eigentlich ist er Konstruktionsingenieur für Reifenaufbaumaschinen. Die ungewöhnliche Aufgabe aber hat er, trotz immensen Zeitdrucks und täglich neuer Herausforderungen, sehr gerne bewältigt. „Wir tragen mit den Masken aus Stöcken zur Sicherheit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Continental in Europa bei“, so Schmid. „Das ist ein gutes Gefühl.“

Kontakt

Kristin Boland-Haack Leiterin Standortkommunikation Stöcken Tires Telefon: +49 511 97638821 E-Mail: