Innenraumdesign
© Continental AG

Designtrends im Innenraum: Das Auto wird zum mobilen Wohnzimmer

Die Megatrends Elektromobilität und automatisiertes bzw. autonomes Fahren werden den Fahrzeuginnenraum der Zukunft massiv verändern. Das betrifft nicht nur die technische Ausstattung. Die zunehmende Vernetzung einzelner Komponenten im Fahrzeug sowie verknüpfbarer Elemente im Umfeld (IoT) wird außerdem durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz verstärkt.

„Die Designer der Fahrzeughersteller bieten sich dabei ganz neue Möglichkeiten der Kreativität. Sie orientieren sich bei der Gestaltung der Oberflächen in Fahrzeuginnenräumen inzwischen zunehmend an den aktuellen Trends der Möbelindustrie, um den Komfort und die Behaglichkeit der eigenen Wohnung in den Fahrzeuginnenraum zu bringen. So versuchen die Designer die wahrgenommene Lücke zu verringern. Der Fahrzeuginnenraum wird damit zum Lebensraum der Zukunft“, erklärt Ralf Imbery, bei Continental verantwortlich für das Design von Oberflächenmaterialien.

Mobiles Wohnzimmer und Multimediabühne

Darüber hinaus generieren die Megatrends neue Funktionen und Ansprüche für Oberflächen im Automobil. Durch die Erfahrungen und die Kompetenz, die im Bereich Living Solutions durch die Ausstattung von Innenräumen im gehobenen Wohn- und Objektbereich (Hotels, Restaurants, Kreuzfahrtschiffe etc.) vorliegen, können die Designer und Entwickler des Technologieunternehmens das Know-how auf die mobile Welt transferieren. So wird das Auto zum mobilen Wohnzimmer. Oder zum Büro. Oder zur Multimediabühne.

Das Auto wird zur Wohlfühlzone. Entsprechend wird beim Interieur noch mehr Wert auf Behaglichkeit und Wohlbefinden gelegt. © Continental AG

Unterschiedliche Anforderungen für Oberflächen ergeben sich auch aus der künftigen Nutzung von Fahrzeugen. „In der Automobilbranche werden künftig noch mehr Shared Mobility Lösungen angeboten, die beispielsweise Car Sharing Konzepte nutzen. Hier müssen Oberflächen in erster Linie multiresistent, abwaschbar, robust, lange haltbar und antibakteriell sein“, erklärt Imbery die zukünftigen Anforderungen an das Oberflächenmaterial Parallel dazu wird es weiterhin Private Owned Mobility geben, wie autonom fahrende Autos, die ihre Besitzer elektrisch von A nach B bringen. Innenräume müssen hier individuelle Bedürfnisse widerspiegeln und verschiedene Funktionalitäten integrieren wie z.B. Displays. Die Ausstattung wird sich schon deshalb völlig ändern, weil die Ausrichtung in Fahrtrichtung aufgehoben wird. Es wird andere Bedürfnisse geben, die neue Perspektiven in der Gestaltung des Innenraums eröffnen. Grundsätzlich wird der Innenraum von morgen auf Komfort ausgerichtet sein. Neue Materialien werden dominieren, die in erster Linie nachhaltig sind, „trendy und cool“ aussehen und sich angenehm anfühlen.

Das Cockpit der Zukunft

Ein weiterer Trend: Funktionale Oberflächen. 3D-Bedienelemente werden im Cockpit der Zukunft nur dann sichtbar, wenn sie benötigt werden. Technologisch werden dabei Näherungssensorik, Krafterkennung und haptische Rückmeldung in die Oberflächen integriert. So wird die Bedienung noch einfacher. Diese Technologie wird die Gestaltung der Oberflächen in Fahrzeugen grundlegend verändern.

Der Wandel in der Automobilindustrie hat Fahrt aufgenommen und ist unumkehrbar – weitere Meilensteine stehen an. Aber es wird noch einige Jahre dauern, bis nur noch elektrisch angetriebene, autonom fahrende Fahrzeuge die Straßen beherrschen. In dieser Übergangszeit werden Displays und Bildschirme Einzug in Innenräume halten. Neben Automobilen wird der Umbruch ebenso andere Transportmittel wie Busse, Bahnen, Züge und Nutzfahrzeuge umfassen. Im Off-Highway-Bereich sind landwirtschaftliche oder Spezialfahrzeuge bereits jetzt eine Stufe weiter: Hier wird das automatisierte Fahren demnächst bereits Realität.

 

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