Transformation

Transformation - Neue Wege in der Mobilität

Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender Continental:

Wir befinden uns in einer tiefgreifenden Transformation. Sie beeinflusst alles, was unser Geschäft ausmacht: Produkte, Prozesse, Geschäftsmodelle und Strukturen. Darin stecken große Herausforderungen, aber vor allem große Chancen.

Eine Gesellschaft im Wandel

Umweltverbände und die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ haben für einen Umbruch im Denken zum Thema Mobilität in unserer Gesellschaft gesorgt. Jeden Freitag gehen Menschen in der ganzen Welt auf die Straße und demonstrieren für einen effektiven Klimaschutz. Das Thema stellt die Gesellschaft vor hohe Herausforderungen: Einerseits ist Mobilität unverzichtbar für die wirtschaftliche Entwicklung und das gesellschaftliche Leben, andererseits muss Mobilität nachhaltiger, sicherer und komfortabler werden.

Alternativen liegen bereits im Trend: Carsharing boomt, vor allem in den Großstädten. Aber auch in ländlichen Regionen wächst das Angebot für das „Auto zum Teilen“. Beim stationsbasierten Carsharing holen Kunden das Fahrzeug an einer Station in ihrer Nähe ab und stellen es nach der Fahrt wieder dort ab. Beim „Free-Floating“ lässt man das Auto an seinem Zielort stehen, wo der nächste Kunde es dann per Handy orten kann. Die Anzahl der Carsharing-Fahrzeuge lag Anfang dieses Jahres deutschlandweit bei 25.400, das ist ein Anstieg von mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell sind rund 2,3 Millionen Kunden bei den derzeit 226 Anbietern registriert, insgesamt sind das 45 neue Anbieter, die im vergangenen Jahr dazugekommen sind. Sharing-Modelle gibt es nicht nur für Autos, sondern auch für Fahrräder, E-Bikes, E-Roller oder Motorroller. So bietet der Stadtverkehr mittlerweile ein bunt gefächertes Angebot an Mobilitätsoptionen für jeden Bedarf. 

Carsharing boomt, vor allem in den Großstädten. Beim stationsbasierten Carsharing holen Kunden das Fahrzeug an einer Station in ihrer Nähe ab und stellen es nach der Fahrt wieder dort ab.

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Befürworter erhoffen sich von dieser Entwicklung eine erhebliche Umwelt- und Verkehrsentlastung, obwohl E-Fahrzeuge in den Carsharing-Flotten derzeit noch die Ausnahme sind. Den Durchbruch, so erwarten Verkehrsexperten, werde erst das autonom fahrende Auto bringen. Denn das ließe sich effizienter und umweltfreundlicher, ebenso wie gewinnbringender, einsetzen.

Die Zukunft der Mobilität: Freie Fahrt für den CUbE

Die ersten autonom fahrenden Shuttle-Busse mit Elektroantrieb sind bereits unterwegs, wenn auch meist noch in abgegrenzten Bereichen wie Flughäfen oder auf Betriebsgeländen. Doch die Technologie für die fahrerlosen Taxis ist auf dem Vormarsch: Mit der Entwicklungsplattform CUbE (Continental Urban mobility Experience) testet Continental aktuell die Technologie für künftige Robo-Taxis. Ziel ist die Erforschung des fahrerlosen Personentransports. Wie heute schon bei einem normalen Taxi möglich, wird der CUbE ganz einfach per App bestellt. Kunden können sich einen Sitzplatz reservieren. Während sie warten, verfolgen sie die Anfahrt des Shuttles auf ihrem Smartphone. Eine personalisierte Willkommensnachricht begrüßt sie dann bei der Ankunft des Shuttles – so weit, so gut. Doch der Unterschied zum klassischen Taxi ist, dass ein autonom fahrendes Taxi heranrollt, vollelektrisch und ohne Fahrer. Mit an Bord: Technologie von Continental, die bereits heute in Pilotprojekten im Einsatz ist. Die großen Vorteile der autonom fahrenden Shuttle-Fahrzeuge: Sie sind ständig unterwegs und benötigen daher keinen Parkraum – eine Lösung für das wachsende Parkplatz-Problem in Großstädten.

Das autonom fahrende Robo-Taxi CUbE ist ein Vorreiter in der Entwicklung des fahrerlosen Personentransports und kann direkt mit seiner Umwelt kommunizieren. Bildschirme am Fahrzeug zeigen mit Infografiken die Sensorinformationen an, um Fußgänger oder andere Fahrzeuge darüber zu informieren, dass der Shuttle ihre Anwesenheit registriert hat.

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Eine Vielzahl von diesen autonom fahrenden Fahrzeugen könnte den Straßenverkehr nachhaltig verändern und ihn künftig deutlich fließender, umweltfreundlicher, effizienter und vor allem sicherer machen. Für Dr. Andree Hohm, Leiter des Projekts Self-Driving Car bei Continental, liegen die Vorteile dabei auf der Hand: „Es ist deutlich intelligenter, fahrerlose Fahrzeuge möglichst permanent zu betreiben als unzählige private Pkw, die im Schnitt oft 23 Stunden am Tag stillstehen und Platz belegen, der z. B. für Parks und Spielplätze genutzt werden kann.“

Neue Wege in der Mobilität

Zur Arbeit, ins Fitnessstudio, zum Einkaufen, ins Kino, zu Freunden - wir sind ständig unterwegs. Die individuelle Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Zudem bleibt uns oft nichts anderes übrig, denn zum Job gehört oft dazu, mobil und flexibel zu sein. In ländlichen Regionen schließen immer mehr kleinere Supermärkte und große Supermärkte sind für viele nur mobil erreichbar. Dabei ist das Auto oft die erste Wahl, obwohl derzeit in der Gesellschaft ein Umdenken stattfindet. So verliert der Autoverkehr in der Mobilität der Zukunft immer mehr an Bedeutung. Nicht nur der Fahrradverkehr und Sharing-Modelle nehmen rasant zu, sondern auch die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs – kurz: ÖPNV. Forscher rechnen damit, dass zukünftig immer weniger Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden. Der Anteil von Autofahrten in Großstädten soll von 51 auf 46 Prozent sinken, während die Nutzung des Fahrrads um 18 Prozent und von öffentlichen Verkehrsmitteln um etwa sechs Prozent ansteigen soll. Insbesondere Berufspendler sehen sich derzeit nach Alternativen um.

Fahrt mit dem Robo-Taxi CUbE: Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Continental auf der IAA 2019. © Continental AG

Dennoch hindern eine schlechte Anbindung oder zu hohe Ticketpreise viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel stärker zu nutzen. Dazu passt, dass aktuell 43 Prozent der ÖPNV-Nutzer, auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen wollen. Der weltweite Mobilitätsindex zeigt an, wie dicht in einer Stadt das Nahverkehrsnetz ausgebaut ist und wie die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel ausfallen. Hier liegt Berlin ganz weit vorn – Menschen besitzen weniger Autos als in anderen Großstädten und nutzen den ÖPNV. Dennoch sind Überlegungen notwendig, den öffentlichen Nahverkehr weltweit attraktiver und ansprechender zu gestalten. Lokale, regionale und nationale Bedürfnisse an die individuelle Mobilität fallen dabei sehr unterschiedlich aus.

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Transformation bedeutet Wandel. Der Prozess der Veränderung vom aktuellen Ist-Zustand zum angestrebten Ziel-Zustand in der Zukunft. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, Bestehendes auszutauschen oder zu ersetzen, sondern auf aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Dynamiken zu reagieren. 

Aus dem Lateinischen „transformare“ (umformen) stammend, bedeutet Transformation vor allem, sich stetig weiterzuentwickeln, auf Chancen und Risiken zu reagieren und neue Wege zu gehen.

Lesen Sie hier den kompletten Artikel aus dem Continental Magazin zum Thema Transformation.