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      Pressemeldung
      25. August 2026

      Continental entwickelt für EU-Projekt Konzeptreifen aus mehr als 40 Prozent recycelten Rohstoffen

      • EU‑Projekt ZEvRA zeigt Potenziale zirkulärer Wertschöpfung bei E‑Autos auf
      • ZEvRA steht für „Zero Emission Electric Vehicles Enabled by Harmonized Circularity“
      • Continental einziger Reifenhersteller unter 28 Projektpartnern
      • „Kreislauforientierte Materialien können Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen einsparen. Sie sind ein wesentlicher Baustein für eine nachhaltigere Mobilität“, sagt Dr. Andreas Topp, Leiter Plattformentwicklung und Industrialisierung im Pkw‑Reifenbereich von Continental

      Hannover, 25. August 2026. Im Rahmen des EU‑Projekts ZEvRA hat Continental einen Konzeptreifen entwickelt, der zu rund 43 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Der Konzeptreifen verdeutlicht das Potenzial innovativer Materialansätze und zeigt zugleich, dass für die Skalierung von Recyclingtechnologien im industriellen Maßstab verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich sind.

      „Kreislauforientierte Materialien können Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen einsparen. Sie sind ein wesentlicher Baustein für eine nachhaltigere Mobilität“, sagt Dr. Andreas Topp, Leiter Plattformentwicklung und Industrialisierung im Pkw‑Reifenbereich von Continental. Er fügt hinzu: „Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung leistungsfähiger Materialien aus erneuerbaren und recycelten Quellen. Unser Konzeptreifen zeigt, was heute technisch möglich ist, und gibt zugleich Impulse für die nächsten Schritte.“

      Der Projektname ZEvRA steht für „Zero Emission Electric Vehicles Enabled by Harmonized Circularity“. Das auf zwei Jahre angelegte und 2026 auslaufende EU-Projekt zielt darauf ab, die Kreislaufwirtschaft von Elektrofahrzeugen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu optimieren. Continental ist als einziger Reifenhersteller Teil des Konsortiums.

      Reifen bestehen aus zahlreichen Hochleistungsrohstoffen, deren präzises Zusammenspiel Sicherheit, Effizienz und Langlebigkeit gewährleistet. Gerade diese hohen technischen Anforderungen machen Zirkularität besonders anspruchsvoll. Einen hohen Anteil recycelter Materialien in einem sicherheitskritischen Produkt zu erreichen und gleichzeitig hohe Leistungsstandards zu erfüllen, ist daher ein wichtiger Fortschritt. Der Konzeptreifen zeigt die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Performance und erzielt Bestwerte im EU-Rollwiderstandslabel.

      Auftrag erfüllt: Konzeptreifen aus hohem Anteil physisch wiederaufbereiteter Materialien

      Der ZEvRA‑Konzeptreifen besteht zu rund 43 Prozent aus recycelten Materialien, darunter recyceltes Tallöl, Stahl, Kautschuk aus Altreifen sowie Polyestergarn aus recycelten PET‑Flaschen. Continental setzt zudem auf Technologien wie Pyrolyse, bei der Materialien wie Industrieruß (rCB) aus Altreifen zurückgewonnen werden und dadurch für die Wiederverwendung verfügbar sind. Seit 2023 wird der recyclte Industrieruß am Standort Korbach in allen neu produzierten Vollgummireifen eingesetzt. Die Reifen kommen vor allem in Gabelstaplern zum Einsatz. Ergänzend wird Sand, der beispielsweise in Gießereien als Reststoff anfällt (rSand), in einem Recyclingprozess genutzt, um daraus eine alternative Silica-Variante herzustellen. Recycling hält Materialien im Kreislauf und ersetzt Primärrohstoffe.

      Der neue Konzeptreifen verdeutlicht das Potenzial einer stärker zirkulären Reifenproduktion. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung entsprechender Materialien und Technologien bei Continental. Im Fokus stehen dabei insbesondere die industrielle Verfügbarkeit geeigneter Recyclingmaterialien, ihre Verarbeitung sowie die Skalierung der Herstellungsprozesse. Ziel ist es, den Einsatz recycelter Materialien in zukünftigen Reifengenerationen weiter auszubauen.

      Klare regulatorische Rahmenbedingungen sind wichtige Voraussetzung

      Das Beispiel von zurückgewonnenem Industrieruß zeigt, dass Recyclinglösungen bereits heute einsetzbar sind. Gleichzeitig befinden sich viele Verfahren noch in der Industrialisierung. „Das ZEvRA‑Projekt zeigt, dass technologischer Fortschritt nur dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn verlässliche und abgestimmte Rahmenbedingungen Planungssicherheit schaffen und den Markthochlauf neuer Verfahren unterstützen“, erläutert Topp. So sind europaweit einheitliche Definitionen für recycelte Materialien sowie klar festgelegte Kriterien, wann aufbereitete Stoffe als recycelte Rohstoffe gelten, erforderlich. Ebenso wichtig sind Technologieoffenheit und der weitere Ausbau von Recyclingtechnologien und entsprechender Infrastruktur, um ausreichend Mengen hochwertiger recycelter Rohstoffe bereitstellen zu können. Belastbare Lieferketten und international abgestimmte Verfahren zur Anrechnung von Stoffströmen sind weitere zentrale Voraussetzungen für den breiten Einsatz recycelter Materialien.

      „Der nächste Schritt besteht darin, innovative Recyclinglösungen im industriellen Maßstab zu etablieren und geschlossene Stoffströme aufzubauen. Nur so lässt sich die Transformation hin zu einer ressourcen- und klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft beschleunigen“, sagt Jorge Almeida, Leiter Nachhaltigkeit des Reifenbereichs von Continental. Er fügt hinzu: „Ein einheitlicher Ansatz für Berechnung und Berichterstattung sollte in engem Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern und Stakeholdern entwickelt werden. Wenn er regulatorisch umgesetzt wird, muss er einfach, transparent und für Verbraucher leicht verständlich sein, um echten Fortschritt zu fördern, anstatt unnötige Bürokratie zu schaffen.“ Neben recycelten Materialien spielen auch erneuerbare Rohstoffe eine wichtige Rolle. Im Konzeptreifen liegt ihr Anteil bei rund 13 Prozent. Weitere etwa 25 Prozent basieren auf massenbilanzzertifizierten Materialien. Zusammen mit dem Anteil recycelter Materialien von rund 43 Prozent stammen damit insgesamt mehr als 80 Prozent der im ZEvRA-Konzeptreifen eingesetzten Materialien aus recycelten, erneuerbaren oder massenbilanzzertifizierten Quellen.

      Continental steigert den Anteil recycelter und erneuerbarer Materialien kontinuierlich: Seit 2022 kommen Polyesterkarkassen aus recycelten PET‑Flaschen in ausgewählten Pkw-Reifen serienmäßig zum Einsatz. Mit dem UltraContact NXT hat das Unternehmen 2023 einen Serienreifen mit bis zu 65 Prozent erneuerbaren, recycelten und massenbilanzzertifizierten Materialien eingeführt. Der Anteil eingekaufter erneuerbarer und recycelter Produktionsmaterialien im Continental‑Reifenportfolio lag 2025 bei 28 Prozent und soll bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen.

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      Kontakt

      Laura Averbeck

      Sprecherin Technologie und Nachhaltigkeit

      Nachhaltigkeit

      Continental ist davon überzeugt, dass nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften die Innovations- und Zukunftsfähigkeit erhöht und so Unternehmenswert schafft. Es lässt uns Risiken und Chancen frühzeitig erkennen und öffnet uns für notwendige Veränderungsprozesse. Deshalb ist Nachhaltigkeit in unsere Unternehmensstrategie fest integriert und ein entscheidender Innovationstreiber.

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