Continental startet mit gutem zweiten Quartal in die finale Phase der Neuaufstellung
- Konzernumsatz 4,4 Milliarden Euro (Q2 2025: 4,9 Milliarden Euro, organisches Wachstum -0,3 Prozent)
- Bereinigtes EBIT 570 Millionen Euro (Q2 2025: 422 Millionen Euro, +35,1 Prozent)
- Bereinigte EBIT-Marge 12,9 Prozent (Q2 2025: 9,6 Prozent)
- Nettoergebnis 274 Millionen Euro (Q2 2025: 506 Millionen Euro, -45,9 Prozent, im Wesentlichen aufgrund Spin-off von Aumovio)
- Bereinigter Free Cashflow 216 Millionen Euro (Q2 2025: -46 Millionen Euro)
- Verkauf von ContiTech ist abschließender Schritt der Neuaufstellung
- Christian Kötz, CEO: „Unsere positive Entwicklung haben wir fortgesetzt. Mit unserer Neuaufstellung als reiner Reifenhersteller befinden wir uns auf der Zielgeraden“
- Roland Welzbacher, CFO: „Wir haben unsere Profitabilität und den Free Cashflow deutlich gesteigert. Ausschlaggebend waren bei Tires insbesondere der höhere Anteil von Reifen ab 18 Zoll, geringere Wechselkurs- und Zolleinflüsse sowie positive Effekte aus Rohmaterialpreisen“
- Ausweis für Continental-Konzern im Ausblick erfolgt ohne ContiTech aufgrund des geplanten Verkaufs
Hannover, 4. August 2026. Continental hat sich auch im zweiten Quartal 2026 positiv entwickelt. Der Unternehmensbereich Tires erzielte ein gutes Ergebnis mit einer bereinigten EBIT-Marge oberhalb der Prognose für das laufende Geschäftsjahr. ContiTech hat das Quartal wie erwartet mit einer soliden Leistung abgeschlossen. Darüber hinaus lag der bereinigte Free Cashflow deutlich über dem Vorjahresniveau. Zu den Verbesserungen haben vor allem der höhere Anteil von Reifen ab 18 Zoll, noch positive Rohmaterialpreiseffekte, geringere Wechselkurs- und Zolleinflüsse sowie eine starke Kostendisziplin beigetragen. Dem wirkte ein weiterhin schwaches weltweites Konjunkturumfeld entgegen. So waren die Reifenersatzmärkte in Nordamerika sowie die weltweite Automobilproduktion im zweiten Quartal erneut rückläufig. Die Umsatzentwicklung wurde im Wesentlichen durch den Anfang Februar 2026 erfolgten Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions (OESL) beeinflusst. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Veränderungen im Konsolidierungskreis, lag der Umsatz etwa auf Vorjahresniveau.
Continental hat einen weiteren entscheidenden Schritt in ihrer strategischen Neuaufstellung vollzogen: Anfang Juli unterzeichnete der DAX-Konzern den Vertrag über den Verkauf des Unternehmensbereichs ContiTech an Lone Star Funds. Dadurch wird ContiTech künftig als nicht fortgeführte Geschäftsaktivität ausgewiesen und nicht mehr im Konzernausblick berücksichtigt.
„Unsere positive Entwicklung haben wir fortgesetzt. Im Reifenbereich haben wir im zweiten Quartal eine gute Ergebnismarge oberhalb des Ausblicks für 2026 erzielt. Damit liegen wir innerhalb unserer Erwartungen für das Gesamtjahr. Anfang Juli haben wir zudem den Vertrag zum Verkauf von ContiTech unterzeichnet. Mit unserer Neuaufstellung als reiner Reifenhersteller befinden wir uns auf der Zielgeraden“, sagt Christian Kötz, Vorstandsvorsitzender von Continental.
Profitabilität deutlich gesteigert
Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete Continental einen Konzernumsatz in Höhe von 4,4 Milliarden Euro (Q2 2025: 4,9 Milliarden Euro, -9,1 Prozent). Der Umsatzrückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions (OESL) Anfang Februar 2026. Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen, lag die organische Umsatzentwicklung bei -0,3 Prozent. Continental steigerte das bereinigte operative Ergebnis auf 570 Millionen Euro (Q2 2025: 422 Millionen Euro, +35,1 Prozent). Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich auf 12,9 Prozent nach 9,6 Prozent im Vorjahresquartal.
Das Nettoergebnis belief sich im zweiten Quartal auf 274 Millionen Euro (Q2 2025: 506 Millionen Euro, -45,9 Prozent). Grund für den Rückgang ist im Wesentlichen der Spin-off von Aumovio. Der bereinigte Free Cashflow stieg auf 216 Millionen Euro (Q2 2025: -46 Millionen Euro).
„Wir haben unsere Profitabilität und den Free Cashflow deutlich gesteigert. Ausschlaggebend waren bei Tires insbesondere der höhere Anteil von Reifen ab 18 Zoll, geringere Wechselkurs- und Zolleinflüsse sowie positive Effekte aus Rohmaterialpreisen. Für die zweite Jahreshälfte rechnen wir jedoch mit deutlich höheren Kosten für Rohmaterialien. Entsprechend haben wir bereits Gegenmaßnahmen ergriffen“, sagt Roland Welzbacher, Finanzvorstand von Continental.
Gedämpfte Konjunktur
Die relevanten Märkte für Continental waren im zweiten Quartal 2026 von einer weiterhin gedämpften weltweiten Konjunkturdynamik geprägt. So legte der europäische Reifenersatzmarkt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge importbedingt zwar um 3 Prozent zu, in Nordamerika ging er jedoch um 1 Prozent zurück. Ebenso lag die weltweite Automobilproduktion etwa 1,0 Prozent unter der des Vorjahresquartals.
Ausblick: Ausweis für Continental-Konzern erfolgt ohne ContiTech
Infolge des inzwischen unterzeichneten Verkaufsvertrags von ContiTech beinhaltet der Ausblick von Continental auf Unternehmensbereichsebene nur noch das Reifengeschäft; der Konzernausblick ist entsprechend angepasst. ContiTech wird als nicht fortgeführte Aktivität separat ausgewiesen. Die Prognosen für Umsatz und bereinigte EBIT-Marge von Tires und ContiTech bleiben unverändert.
Auf Basis der Annahmen zur Geschäftsentwicklung und der durchschnittlichen Wechselkurse des ersten Halbjahres erwartet Continental die im Folgenden dargestellten Kennzahlen.
Für die fortgeführten Aktivitäten:
Continental rechnet für den Konzern mit einem Umsatz in einer Bandbreite von rund 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von rund 12,0 bis 13,5 Prozent.
Für den Unternehmensbereich Tires erwartet Continental einen Umsatz von rund 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 13,0 bis 14,5 Prozent.
Die Investitionen vor Finanzinvestitionen sollten zwischen rund 7,0 und 8,0 Prozent vom Umsatz liegen.
Der bereinigte Free Cashflow wird zwischen rund 0,7 und 1,1 Milliarden Euro erwartet.
Für die nicht fortgeführten Aktivitäten des Unternehmensbereichs ContiTech erwartet Continental operativ und ohne die Auswirkungen des IFRS-5-Standards unverändert einen Umsatz von rund 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 7,0 bis 8,5 Prozent.
Tires: Ergebnismarge über Jahresprognose
Im zweiten Quartal lag der Umsatz des Reifenbereichs bei 3,3 Milliarden Euro (Q2 2025: 3,3 Milliarden Euro, -0,2 Prozent). Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen, ergab sich eine organische Umsatzentwicklung von +0,3 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 15,3 Prozent und damit deutlich über jener des Vorjahresquartals (Q2 2025: 12,1 Prozent). Zu dieser Verbesserung trugen vor allem der höhere Anteil von Reifen ab 18 Zoll, positive Rohmaterialpreiseffekte sowie geringere Wechselkurs- und Zolleinflüsse bei.
Im Fahrradsegment bewies Continental zudem ihre technologische Kompetenz und ihre Nähe zum Spitzensport. Bei der diesjährigen Tour de France fuhren sechs Teams und damit mehr als ein Viertel des Pelotons auf Rennradreifen aus dem Werk Korbach (Deutschland). Während der Rundfahrt kamen so über 1.000 Reifen von Continental zum Einsatz. Auch der diesjährige Sieger der Tour de France, Tadej Pogačar, bestritt die mehr als 3.000 Kilometer auf Reifen von Continental. Die eingesetzten Reifen sind dabei baugleich mit den im Fachhandel für Endkunden erhältlichen Serienprodukten.
In Korbach setzt Continental erstmals auch auf einen unternehmenseigenen Windpark zur Energieerzeugung. Drei Windenergieanlagen werden dort künftig gemeinsam mit bereits bestehenden Photovoltaikanlagen rund zwei Drittel des Strombedarfs des Reifenwerks decken. Die Windräder werden voraussichtlich rund 55 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Continental plant dafür Investitionen in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags. Mit dem Projekt stärkt das Unternehmen die standortnahe Energieversorgung, erhöht die Planungssicherheit bei den Energiekosten und verringert die Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten.
Mit dem Bau eines neuen, hoch automatisierten Fertigwarenlagers in Mount Vernon im US-Bundesstaat Illinois stärkt Continental weiter ihr Distributionsnetzwerk in Nordamerika. Das Unternehmen plant dafür Investitionen von insgesamt rund 76 Millionen US-Dollar. Das Lager soll 2027 in Betrieb gehen und eine Kapazität von rund 500.000 Pkw-Reifen bieten. Continental will damit die Liefergeschwindigkeit erhöhen, die Kundenbetreuung verbessern und die Logistik am größten Reifenstandort des Unternehmens in den USA weiter modernisieren.
Im thailändischen Rayong hat das Unternehmen die Produktion von Radial-Motorradreifen gestartet und beginnt den Ausbau seiner jährlichen Produktionskapazität um rund drei Millionen Reifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 300 Millionen Euro. Continental setzt auch in Rayong auf modernste Fertigungstechnik sowie einen besonders hohen Automatisierungsgrad.
ContiTech: solides zweites Quartal
In einem weiterhin schwachen Marktumfeld hat ContiTech ein solides Ergebnis erzielt. So lag der Umsatz bei 1,1 Milliarden Euro (Q2 2025: 1,6 Milliarden Euro, -29,5 Prozent). Der Umsatzrückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions (OESL) Anfang Februar 2026. Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen, ergab sich eine Veränderung in Höhe von -3,7 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 6,9 Prozent (Q2 2025: 8,0 Prozent). Umsatz und Ergebnismarge wurden durch die langsamer als erwartete Markterholung belastet. Zudem werden Aufträge aus einzelnen margenstarken Segmenten erst im zweiten Halbjahr umsatz- und ergebniswirksam. Positive Effekte aus den ergriffenen Kostensenkungen und operativen Verbesserungsmaßnahmen konnten diese Belastungen nur teilweise kompensieren.
Continental hat mit dem Verkauf von ContiTech an Lone Star Funds einen weiteren entscheidenden Schritt in ihrer strategischen Neuaufstellung vollzogen. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, insbesondere der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden sowie weiterer marktüblicher Vollzugsbedingungen, und könnte noch zum Jahreswechsel erfolgen.
Überblick aller Materialien: Halbjahreszahlen 2026



