Continental eröffnet Tire Technology Expo mit Vortrag über Reifentechnologie für autonomes Fahren
- Internationale Fachmesse präsentiert vom 3. bis 5. März 2026 in Hannover neueste Entwicklungen aus der Reifenindustrie
- Vier Fachvorträge von Continental-Experten: Reifentechnologien für autonomes Fahren, Identifikation von rückgewonnenem Industrieruß, Reifenabriebemissionen und Entwicklungsherausforderungen durch die Euro-7-Norm
- „Die Zukunft der autonom fahrenden Fahrzeuge hat begonnen. Dafür entwickeln wir Reifentechnologien und Produkte, die die besonderen technischen Anforderungen dieser Fahrzeuge erfüllen“, sagt Dr. Andreas Topp, Leiter Plattformentwicklung und Industrialisierung im Bereich Pkw-Reifen von Continental
Hannover, 18. Februar. Continental eröffnet am 4. März 2026 in Hannover die diesjährige Fachkonferenz der Tire Technology Expo mit einem Vortrag über Reifentechnologien für autonomes Fahren. Dr. Andreas Topp, Leiter Plattformentwicklung und Industrialisierung im Bereich Pkw-Reifen von Continental, wird aufzeigen, wie die Zukunft autonomer Fahrzeuge zur Realität wird und mit welchen Lösungen der Reifenhersteller darauf reagiert.
„Die Zukunft der autonom fahrenden Fahrzeuge hat begonnen. Dafür entwickeln wir Reifentechnologien und Produkte, die die besonderen technischen Anforderungen dieser Fahrzeuge erfüllen“, sagt Dr. Andreas Topp. „Es geht um Themen wie die Interaktion mit intelligenter Fahrdynamikregelung, Optimierungen für den Flottenbetrieb und maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Einsatzprofile.“
Continental ist mit drei weiteren Beiträgen auf der Konferenz vertreten. Deren Schwerpunkte liegen auf Industrieruß als Füllstoff, der aus Altreifen zurückgewonnen wird, auf Reifenabriebemissionen jenseits erfasster Reifen- und Straßenabriebpartikel sowie auf Entwicklungsherausforderungen durch die Euro-7-Norm.
Identifikation von Industrieruß aus Altreifen (rCB) in vulkanisierten Gummimischungen
Prof. Dr. Jorge Lacayo-Pineda, Continental-Experte für die Bewertung von Materialien, wird über die Identifikation von wiedergewonnenem Industrieruß (recovered Carbon Black, rCB) in vulkanisierten Gummimischungen referieren.
Wiedergewonnener Industrieruß ist der erste Reifenfüllstoff, der grundsätzlich im industriellen Maßstab aus Altreifen verfügbar ist. Er wird hauptsächlich durch Pyrolyse von Altreifen gewonnen und kann im Sinne der Kreislaufwirtschaft in neuen Reifenmischungen verwendet werden. In der Reifenindustrie besteht Einigkeit darüber, dass Industrieruß aus Altreifen kein herkömmlicher Industrieruß, sondern als eine neue Art von Füllstoff zu betrachten ist. Die Unterschiede ergeben sich aus seiner heterogenen Zusammensetzung, kohlenstoffhaltigen Rückständen und der thermischen Vorgeschichte. Die Analyse von wiedergewonnenem Industrieruß in vulkanisiertem Kautschuk eröffnet neue Chancen sowohl aus technologischer als auch aus regulatorischer Perspektive. Doch wie gelingt es, wiedergewonnenem Industrieruß in neuen Gummimischungen für Reifen zu identifizieren? Über die Herausforderungen und geeignete Methoden wie die Elektronenmikroskopie und Molekülspektroskopie wird Lacayo-Pineda in seinem Vortrag berichten.
Reifenabriebemissionen jenseits erfasster Reifen- und Straßenabriebpartikel (TRWP)
Dr. Frank Schmerwitz, leitender Testingenieur für den Bereich Reifenabrieb des Reifenbereichs von Continental, wird in seinem Vortrag das Thema Reifenabriebemissionen jenseits erfasster Reifen- und Straßenabriebpartikel behandeln. Die öffentliche Debatte über reifenbedingte Emissionen konzentriere sich hauptsächlich auf Reifen- und Straßenabriebpartikel (TRWP). Die eingesammelten Partikel deckten jedoch nur einen Teil des gemessenen Massenverlustes der Reifen ab. In seinem Vortrag nimmt Schmerwitz eine erweiterte Perspektive ein, um ein wissenschaftlich vollständigeres Bild der tatsächlichen Emissionspfade zu vermitteln. Er beleuchtet weitere Emissionspfade wie die Freisetzung von Nanopartikeln und den Verbleib von Reifenabriebrückständen auf der Straßenoberfläche sowie deren Abbauprozesse mittels Luftsauerstoff und UV-Strahlung.
Aktuelle Entwicklungsherausforderungen unter dem Aspekt neuer Regulierungen
Die Entwicklung moderner Reifen erfordert es, vielfältige Anforderungen miteinander zu vereinen – von technischen Leistungsparametern über Kundenerwartungen bis hin zu regulatorischen Vorgaben – bei stets gleichbleibend hohen Sicherheitseigenschaften. Wenn ein neuer Leistungsparameter standardisiert und reguliert wird, wie Reifenabrieb im Rahmen der Euro-7-Verordnung, hat das Einfluss auf die Reifenentwicklung. Verbindliche Grenzwerte für Reifenabrieb und standardisierte Messverfahren sind bei der neuen Euronorm Anreiz und Chance für Innovationen.
Dr. Pavel Ignatyev, Continental-Experte für die Physik von Gummireibung und -abrieb, wird in seinem Vortrag erklären, welche Parameter Reifenabrieb beeinflussen und wie diese in Zusammenhang mit der neuen Euro-7-Norm zu setzen sind. Anhand einfacher Modelle macht er die Komplexität des Reifenabriebs verständlich und zeigt auf, welche branchenweiten Herausforderungen für die weitere Forschung und Entwicklung noch bestehen. Ein tiefes Verständnis dieser Zusammenhänge ist entscheidend, um technologische Fortschritte wirksam voranzutreiben und neue regulatorische Anforderungen zielgerichtet in Innovationen zu übersetzen.
25-jährige Erfolgsgeschichte: Die Tire Technology Expo feiert 2026 Jubiläum
Die Tire Technology Expo feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Die Ausstellung mit dreitägiger Fachkonferenz, an der internationale Expertinnen und Experten der Reifenbranche teilnehmen, findet vom 3. bis 5. März auf dem Messegelände in Hannover statt. Sie gilt als Europas führendes Fachtreffen für Reifendesign und -herstellung. Weitere Informationen rund um die Tire Technology Expo und das Konferenzprogramm gibt es hier.

Katharina Bühmann
Pressesprecherin Technologie, Innovation und Erstausrüstung
Continental Tires

Henry Schniewind
Head of Global External Communications
Continental Tires


