Volkswagen Konzeptfahrzeug Mission Efficiency fährt auf Continental-Reifen zum Weltrekord
- Reifen sind Schlüsselkomponente für Weltrekord
- Rollwiderstand rund 25 Prozent unter Grenzwert für beste EU-Reifenlabelklasse A
- Rekordfahrt Wolfsburg – Wien: Verbrauch von nur 7,51 kWh pro 100 Kilometer inklusive Ladeverluste beziehungsweise 6,89 kWh pro 100 Kilometer ohne Ladeverlust
- Continental als Erstausrüster auch beim Serienmodell ID. Polo an Bord
Hannover, 15.10.2026. Continental hat mit einem Konzeptreifen unter anderem entscheidend zum Weltrekord von Volkswagens Konzeptfahrzeug Mission Efficiency beigetragen: Das effizienteste seriennahe Elektrofahrzeug der Welt verbrauchte bei der Rekordfahrt lediglich 7,51 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer inklusive Ladeverluste beziehungsweise 6,89 Kilowattstunden ohne Ladeverluste. Auf einer 1278,36 Kilometer langen Fahrt (von Wolfsburg nach Wien) unter realen Bedingungen mit nur einem zusätzlichen Ladevorgang und 164 Kilometern Restreichweite, wurde der Rekord offiziell am 24. August 2026 vom RID-Rekordinstitut für Deutschland zertifiziert. Der Konzeptreifen von Continental erreicht einen Rollwiderstand von 4,9 Kilogramm pro Tonne und liegt damit rund 25 Prozent unter dem Grenzwert der besten EU-Reifenlabelklasse A. Da rund 20 Prozent der Antriebsenergie eines Elektroautos auf den Rollwiderstand der Reifen entfallen, ist dies ein entscheidender Hebel, um die Reichweite zu steigern.
„Der Rekord zeigt, dass für Reichweitensteigerungen von Elektroautos nicht zwangsläufig größere Batterien erforderlich sind, sondern das erfolgreiche Zusammenspiel aller Komponenten große Chancen bietet. Reifen tragen einen entscheidenden Teil dazu bei“, sagt Dr. Christian Strübel, Continental-Experte für Rollwiderstand von Pkw-Reifen. „Gemeinsam mit Volkswagen haben wir demonstriert, was möglich ist, wenn Fahrzeug-, Aerodynamik- und Reifen von Beginn an zusammen entwickelt werden."
Der Rollwiderstand als einer der Reichweitenhebel
Reifen zählen zu den zentralen Effizienzfaktoren von Elektrofahrzeugen. Ihre Eigenschaften beeinflussen unmittelbar den Energieverbrauch und damit die Reichweite einer Batterieladung. Ursache dafür ist der Rollwiderstand: Bei jeder Umdrehung verformt sich der Reifen im Kontaktbereich zur Fahrbahn. Dabei wird Energie umgewandelt, die dem Fahrzeugantrieb nicht mehr zur Verfügung steht. Rund 20 Prozent der Batterieenergie eines Elektroautos werden allein dafür aufgewendet, diesen Widerstand zu überwinden. Das heißt: je geringer der Rollwiderstand, desto höher die Reichweite bei gleicher Batterieladung.
Genau hier setzt Continental in der Reifenentwicklung an. Der Konzeptreifen baut auf dem EcoContact 7 auf, der bereits als Serienreifen durch einen sehr niedrigen Rollwiderstand überzeugt. Für die Rekordfahrt wurde entsprechend den Vorgaben von Volkswagen modifiziert. Das Ergebnis: ein Reifen, der sich beim Rollen noch weniger verformt, damit noch weniger Energie verbraucht und so die Reichweite pro Batterieladung weiter erhöht.
Was den Rekordreifen ausmacht
Für einen geringen Rollwiderstand sind im Wesentlichen zwei Komponenten entscheidend. Erstens die Seitenwand: Sie folgt demselben Konstruktionsprinzip wie die des Serienreifens EcoContact 7 und verleiht dem Reifen Stabilität, ohne den Rollwiderstand zu erhöhen. Zweitens: eine speziell auf die übrigen Komponenten des Reifens abgestimmte Laufflächenmischung. Im Zusammenspiel mit Karkasse und Profildesign hilft sie dabei, die beim Abrollen entstehenden Energieverluste auf ein Minimum zu reduzieren.
Den entscheidenden Zusatzhebel beim Konzeptreifen liefert ein neues Fertigungsverfahren. In der Produktion wird der zunächst weiche Reifenrohling während der sogenannten Vulkanisation in einer Form unter Hitze und Druck ausgehärtet. Continental erhitzt in diesem Fall den Reifen aber nicht wie üblich überall mit der gleichen Temperatur, sondern in verschiedenen Zonen mit unterschiedlichen Temperaturen. Die Lauffläche wird beispielsweise anders temperiert als die Seitenwand. So lassen sich die Eigenschaften jedes Reifenbereichs noch gezielter einstellen. Für die Lauffläche bedeutet das einen nochmals geringeren Rollwiderstand.
Geringes Abrollgeräusch
Auch das Abrollgeräusch spielte in der Entwicklung des Rekordreifens eine Rolle. Das Laufflächenprofil des Rekordreifens wurde von Continental gezielt auf ein besonders niedriges Niveau ausgelegt. Dafür haben die Continental-Ingenieurinnen und -Ingenieure den Abstand und Winkel der Profilblöcke so variiert, dass sich die entstehenden Geräusche teilweise überlagern und gegenseitig reduzieren. Das Prinzip erinnert an Noise-Cancelling-Kopfhörer. Für den Mission Efficiency bedeutet das: Der Rekordreifen steigert nicht nur dessen Effizienz, sondern sorgt zugleich für ein besonders leises Fahrerlebnis. Gerade bei Elektrofahrzeugen gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung, da ohne das Geräusch eines Verbrennungsmotors die Abrollgeräusche der Reifen stärker in den Vordergrund treten.
Kooperation in der Erstausrüstung
Das Serienmodell ID. Polo, auf dem der Mission Efficiency basiert, wird bereits ab Werk mit dem EcoContact 7 von Continental ausgerüstet. Beim Rekordprojekt gingen beide Unternehmen einen Schritt weiter: Continental entwickelte den Reifen in besonders enger Abstimmung mit den Fahrzeug- und Aerodynamik-Ingenieurinnen und -Ingenieuren von Volkswagen. Die Teams arbeiteten bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase eng zusammen, um Reifen, Fahrzeug und Aerodynamik konsequent auf maximale Effizienz auszurichten. Die Zusammenarbeit reichte bis ins Design: Die farbig akzentuierte Seitenwand des Reifens greift Gestaltungselemente des Mission Efficiency auf und fügt sich in das Gesamtbild des Fahrzeugs ein.
Drei Weltrekorde auf einer Fahrt
Der Mission Efficiency stellte auf der Rekordfahrt gleich drei Bestmarken auf: als aerodynamischstes seriennahes Fahrzeug der Welt mit einem cW-Wert von 0,158, als effizientestes viersitziges Elektroauto seiner Klasse auf einer Fahrt unter kontrollierten Bedingungen und als sparsamstes seriennahes viersitziges Elektrofahrzeug auf einer offiziell dokumentierten Langstreckenfahrt unter Realbedingungen. Möglich wurde dies durch eine von Beginn an aerodynamisch optimierte Fahrzeugform sowie durch innovative Lösungen zur Verbesserung der Umströmung in sämtlichen relevanten Fahrzeugbereichen. Das Rekordfahrzeug basiert überwiegend auf Serienkomponenten des ID. Polo, darunter Batterie und Antrieb. Der Mission Efficiency zeigt damit, welche Effizienzgewinne durch gezielte Optimierungen bestehender Elektrofahrzeug-Technologien möglich sind – unter Realbedingungen auf der Langstrecke, außerhalb standardisierter Testzyklen.





