Nikolai Setzer | Wolfgang Schäfer

Gewinner der Transformation: Continental legt neu ausgerichtete Strategie vor

Kapitalmarkttage 2020

  • Drei strategische Eckpfeiler: Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit, Differenzierung der Portfoliostrategie, Chancen nutzen aus sich wandelnder, nachhaltiger Mobilität
  • Strategische Mittelfristziele: Bereinigte EBIT-Marge: rund 8 bis 11 Prozent / Jährliches organisches Wachstum: rund 5 bis 8 Prozent / ROCE: rund 15 bis 20 Prozent / Cash-Conversion-Ratio: mehr als 70 Prozent
  • Continental-CEO Nikolai Setzer: „Mit unseren zukunftsorientierten Technologien und unserem erfolgsgetriebenen weltweiten Team werden wir zu den Gewinnern der Transformation der Mobilitätsindustrie zählen.“

Hannover, 16.12.2020. Angesichts der Transformation in der Automobilindustrie sowie steigender Anforderungen an nachhaltige, emissionsfreie Mobilität richtet Continental ihren profitablen Wachstumskurs neu aus. Im Rahmen seiner Kapitalmarkttage stellt der Mobilitätszulieferer heute seine neu ausgerichtete Strategie vor, mit der er mittelfristig anstrebt, jährlich um durchschnittlich rund 5 bis 8 Prozent organisch zu wachsen und damit schneller als seine Märkte und Industrien. In ihrem Unternehmensbereich Automotive Technologies beispielsweise rechnet Continental mittelfristig damit, das erwartete durchschnittliche Marktwachstum von rund 5 bis 7 Prozent pro Jahr um jeweils rund 2 bis 4 Prozentpunkte zu übertreffen. Ziel ist eine bereinigte EBIT-Marge auf Konzernebene zwischen rund 8 und 11 Prozent (exklusive Powertrain Technologies).

Continental-CEO Nikolai Setzer zu der neu ausgerichteten Strategie von Continental. © Continental AG

„Die Mobilität der Zukunft zeichnet sich aus durch den Grad ihrer Vernetzung und Sicherheit sowie ihres Komforts – unabhängig von der Antriebsart der Fahrzeuge. Hardware bleibt nach wie vor wichtig und künftig gilt verstärkt: Die Software macht den Unterschied. Mit unseren zukunftsorientierten Technologien und unserem erfolgsgetriebenen weltweiten Team werden wir zu den Gewinnern der Transformation der Mobilitätsindustrie zählen“, sagte Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental am Mittwoch in Hannover und ergänzte: „Hierfür entscheidend sind die drei Eckpfeiler unserer Strategie: die kontinuierliche Stärkung unserer operativen Leistungsfähigkeit, unsere differenzierte und auf Wertschaffung fokussierte Portfoliostrategie sowie das konsequente Nutzen der Chancen vernetzter und nachhaltiger Mobilität.“

„Unsere Strategie ist klar, und unsere Mittelfristziele sind gesetzt“, betonte Wolfgang Schäfer, Continental-Finanzvorstand. „Schnelleres Wachstum als unsere Märkte und Industrien, eine bereinigte EBIT-Marge von rund 8 bis 11 Prozent sowie eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von rund 15 bis 20 Prozent verdeutlichen unseren ambitionierten und zugleich realistischen Wachstumskurs. Darüber hinaus werden wir mit einer anvisierten Cash-Conversion-Ratio von mehr als 70 Prozent unsere Finanzkraft zukünftig noch weiter erhöhen“, so Schäfer.


Differenzierte Portfoliostrategie: Wachstum beschleunigen, Wertbeiträge erhöhen

„In der Mobilitätsindustrie verfügen wir über ein einmaliges und starkes Produktportfolio, das sich durch hoch profitable sowie stark wachsende Produktbereiche auszeichnet. In Kombination mit unserem starken Team ist das der Schlüssel für unseren Erfolg heute und in Zukunft“, erläuterte Setzer und fügte hinzu: „Dies bedeutet, dass wir künftig unser Produktportfolio auf unsere neue Strategie und unseren Kurs auf wertschaffendes Wachstum ausrichten.“ Im Rahmen ihrer Strategie unterscheidet Continental dafür zukünftig in ihrem gesamten Portfolio zwei unterschiedliche Schwerpunkte und zeitlich unterschiedliche Formen der Wertschaffung: „Fokus Wachstum“ und „Fokus Ertrag“.

„Wir setzen künftig mit noch mehr Kraft und Mitteln auf unsere Wachstumsfelder und Zukunftstechnologien. Mit ihnen werden wir überproportional wachsen. Gleichzeitig sichern wir die Erträge in jenen Produktbereichen, die in einem gesättigten Marktumfeld bereits Top-Marktpositionen erreicht haben“, so Setzer. Die Portfoliostrategie umfasse ebenfalls mögliche Zu- und Verkäufe sowie Partnerschaften.

Auf überproportionales Wachstum setzt Continental in den Bereichen vernetztes, assistiertes und autonomes Fahren, Software, neue Fahrzeugarchitekturen mit Hochleistungsrechnern, dem Reifen- und ContiTech-Geschäft in wachstumsstarken Regionen sowie bei digitalen Lösungen und Dienstleistungen wie etwa für Flotten- und Industriekunden. Dabei spielt Continental ihre umfassende Kompetenz als Softwareunternehmen mit mittlerweile mehr als 20.000 Software- und IT-Spezialisten aus.

Gleichzeitig plant das Unternehmen seine Top-Marktpositionen in profitablen Bereichen wie beispielsweise Sicherheitslösungen, Anzeige- und Bediensystemen, Oberflächenmaterialien sowie dem europäischen Pkw-Reifengeschäft gezielt zu stärken und ihre Wertbeiträge zu sichern. Auf diese Weise plant Continental, ausreichend Mittel zum wettbewerbsfähigen und auf Markt- sowie Technologieführerschaft ausgerichteten Ausbau der Wachstumsfelder zu erwirtschaften.

Bezüglich der geplanten Abspaltung der Antriebssparte bekräftige Setzer: „Bis Jahresende sind dafür planmäßig die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen geschaffen und die internen Abläufe umgestaltet. Den vorgesehenen Spin-Off von Vitesco Technologies beabsichtigen wir daher wie geplant im kommenden Jahr durchzuführen.“

Umfassender Fahrplan für nachhaltiges Wirtschaften

„Die Transformation in der Automobilindustrie ist aufgrund ihrer strukturellen Wirkmacht äußerst herausfordernd. Diese Dynamik drehen wir zu unserem Vorteil. Denn der Wandel hin zu nachhaltiger, emissionsfreier Mobilität spornt uns zu neuen Höchstleistungen und Innovationen an“, erläuterte Setzer. Daher stellt der Mobilitätszulieferer mit seinem Anfang Dezember veröffentlichten Nachhaltigkeitsfahrplan die Weichen so konsequent auf Nachhaltigkeit wie bislang kaum ein anderes Unternehmen in der Zulieferbranche.

Ein Teil des Fahrplans betrifft emissionsfreie Fahrzeuge: Ab 2022 wird Continental ihr weltweites Geschäft für emissionsfreie Fahrzeuge klimaneutral stellen. Der Continental-Gesamtfahrplan für nachhaltiges Wirtschaften besteht in Summe aus den Kurszielen 100 Prozent Klimaneutralität, 100 Prozent emissionsfreie Mobilität und Industrie, 100 Prozent zirkuläres Wirtschaften und 100 Prozent verantwortungsvolle Wertschöpfungsketten. Ihre Realisierung wird spätestens für 2050 avisiert.

Operative Leistungsfähigkeit: Kostenstrukturen anpassen, Produktivität steigern

Ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit sichert Continental zusätzlich durch die Anpassung ihrer Kostenstruktur an die weltweiten Marktbedingungen. Diese Maßnahmen sind – wie bereits berichtet – im Strukturprogramm „Transformation 2019-2029“ zusammengefasst und im September 2019 eingeleitet. Darüber hinaus realisiert das Unternehmen kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen beispielsweise mithilfe zunehmender Automatisierung und Digitalisierung im Produktionsumfeld. So setzt Continental in ihren Werken auf mehr als 2000 kollaborative Roboter sowie autonome, fahrerlose Transportsysteme – sogenannte „autonomous Automated Guided Vehicles“ (aAGV). Letztere beabsichtigt das Unternehmen dank seiner umfassenden Expertise im Bereich autonomes Fahren sowie Elektromechanik künftig selbst zu produzieren.

Automotive Technologies: sichere, vernetzte, komfortable Mobilität

Die Strategie des Unternehmensbereichs Automotive Technologies fokussiert auf die weltweit steigenden Bedürfnisse nach noch sichererer, vernetzter und komfortabler Mobilität sowie die dafür erforderliche technologische Basis in Form integrierter Fahrzeugarchitekturen und immer umfassenderer Softwareumfänge.

Dabei sieht sich Continental in einer starken Ausgangsposition, um mittelfristig in mehreren Automotive-Bereichen organisch schneller zu wachsen als das weltweite Produktionsvolumen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (jeweils um rund 3 bis 10 Prozentpunkte). Die Wachstumsträger sind Produkte und Systeme für assistiertes und autonomes Fahren, Dienstleistungen für Automobilhersteller, End- und Flottenkunden sowie Architektur-, Vernetzungs- und Softwarelösungen. Entscheidend sind hierfür beispielsweise Hochleistungsrechner, die jeweils Fahrzeugfunktionen aus den Bereichen Sicherheit, Assistenz, Vernetzung und Unterhaltung bündeln. So liefert Continental als erster Automobilzulieferer überhaupt für die ID-Baureihe von Volkswagen einen solchen Zentralrechner. In Summe liegen dem Mobilitätszulieferer bereits Aufträge mehrerer Automobilhersteller für Hochleistungsrechner im Wert von mehr als 4 Milliarden Euro vor.

In einer führenden Position befindet sich das Unternehmen ebenfalls mit Produkten und Systemen für assistiertes und automatisiertes Fahren. Für ihre neueste Generation besonders leistungsfähiger Radarsensoren erhält Continental zum Beispiel 2021 in den USA einen CES Innovation Award.

Als einer der Marktführer im Bereich der Anzeige- und Bediensysteme ist Continental für ihre 3-D-Display-Innovation ausgezeichnet worden (CLEPA Innovations Award). In diesem Umfeld rechnet Continental mit einem leicht überproportionalen Wachstum von rund 1 Prozentpunkt. Dies gilt ebenfalls für Sicherheitsanwendungen wie Brems- und Rückhaltesysteme. In diesen Bereichen werden kontinuierlich Verbesserungen der Kostenstruktur sowie Portfolioanpassungen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit geprüft.

In Summe erwartet Continental in ihrem Unternehmensbereich Automotive Technologies ein jährliches organisches Wachstum von rund 7 bis 11 Prozent. Damit übertrifft es das prognostizierte durchschnittliche Marktwachstum von rund 5 bis 7 Prozent mittelfristig um jährlich rund 2 bis 4 Prozentpunkte. Die bereinigte EBIT-Marge soll rund 6 bis 8 Prozent betragen.

Vision 2030: Wachstum durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Reifenbereich

Mit seinem neuen Strategieprogramm „Vision 2030“ will das Geschäftsfeld Tires seine Stellung unter den Top-Reifenherstellern weltweit weiter ausbauen. Auch künftig steht Continental mit ihrem Premiumportfolio im Pkw-, Lkw- und Spezialreifensegment für innovative Spitzenleistungen in der Reifentechnologie. Diese soll durch ein stetig wachsendes Serviceangebot ergänzt und noch gezielter auf die unterschiedlichen Kundensegmente ausgerichtet werden.

Mittelfristig strebt der Reifenbereich eine bereinigte EBIT-Marge von rund 12 bis 16 Prozent und eine Kapitalrendite (ROCE) von mehr als 20 Prozent an. Insbesondere in den Wachstumsmärkten Asien und Nordamerika will Continental weiter ihre Marktanteile steigern. Im Pkw-Reifenbereich soll das weltweite Geschäft mit Reifen für die Elektromobilität sowie den Ultra-High-Performance-Reifen gezielt weiter ausgebaut werden. Das Geschäft mit Lkw- und Busreifen soll in allen Regionen durch das Conti360˚-Angebot von Flottendienstleistungen weiterentwickelt werden. Das Spezialreifengeschäft von Continental, welches neben Zweirad- und Rennreifen auch Reifen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen umfasst, soll ebenfalls weiter wachsen, insbesondere das Segment Agrarreifen.

Der Reifenbereich konnte mit der vorangegangenen Strategie „Vision 2025“ seine Marktanteile weltweit deutlich steigern. Das neue Strategieprogramm soll diese Erfolgsgeschichte konsequent fortschreiben. Künftig werden zudem smarte, digitale Reifenlösungen und die Umsetzung ambitionierter Nachhaltigkeitsziele maßgeblich zum Erfolg und zur Differenzierung im Markt beitragen. Im Bereich der servicebasierten digitalen Lösungen will der Reifenbereich bis 2030 weltweit die Nummer eins werden. Als einer der weltweit größten Reifenhersteller und Zulieferer für Elektronik, Sensorik und Software in der Mobilitätsindustrie hat Continental hier einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Auch im Bereich Nachhaltigkeit verfolgt Continental ambitionierte Ziele und möchte sich bis 2030 zum fortschrittlichsten Hersteller in der Reifenindustrie entwickeln. Im Zentrum stehen dabei die strategischen Themen Klimaschutz, emissionsarme Mobilität, zirkuläres Wirtschaften sowie nachhaltige Lieferketten und somit alle Phasen der Wertschöpfungskette. Um den Reifen der Zukunft noch energiesparender und umweltfreundlicher in Herstellung, Einsatz und Recycelbarkeit zu machen, investiert Continental konsequent in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien, alternativer Materialien und umweltschonender Produktionsverfahren. So will der Reifenhersteller zum Beispiel sukzessive bis 2050 auf zu 100 Prozent nachhaltig erzeugte Materialien in seinen Reifenprodukten umstellen. Weiterführende Informationen zur „Vision 2030“ stehen in einer separaten Pressemitteilung zur Verfügung.

ContiTech: intelligente Lösungen jenseits von Kautschuk

Das Geschäftsfeld ContiTech treibt seinen seit 2017 eingeschlagenen Weg in Richtung Smart Solutions Beyond Rubber weiter konsequent und entschlossen voran. Den Fokus legt die Einheit auf das überproportionale Umsatzwachstum in acht Wachstumsfeldern, in denen ContiTech rund 3 Prozentpunkte schneller als der Markt wachsen will.

Die Wachstumspotenziale ergeben sich vor allem aus dem steigenden Bedarf an digitalen und intelligenten Lösungen in diesen Zukunftsbranchen. ContiTech nutzt dabei ihr langjähriges und umfassendes Industrie- und Materialverständnis zur Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten, indem das Geschäftsfeld verschiedene Materialien mit elektronischen Komponenten und individuellen Dienstleistungen kombiniert. Das Unternehmen hat insbesondere seine Kunststoffexpertise mit dem Merlett-Zukauf 2019 und dem in diesem Sommer gestarteten Joint Venture mit aft automotive sowohl im industriellen als auch im automobilen Umfeld gestärkt.

Die Neuentwicklung einer sensorgestützten Überwachung von Fördergurtsystemen mittels einer mit einer Kamera ausgestatteten Drohne unterstützt diese Entwicklung ebenfalls. Die Inspektion von Förderbändern erfolgt beispielsweise bei offenen Streckenabläufen über den Luftweg. Sobald die Drohne die zu prüfende Strecke abgeflogen hat, kehrt sie zu einer autonomen Ladestation zurück, um die gesammelten Daten über ein IoT-Modul (Internet of Things) in die dafür vorgesehene Cloud zu transferieren. Die Bilddaten werden über einen KI-gestützten Algorithmus verarbeitet und hinsichtlich detektierter Defekte analysiert. So können Schwachstellen frühzeitig identifiziert, ungeplante sowie kostenintensive Stillstandzeiten reduziert und bedarfsgerechte Servicezeiträume eingeplant werden.

Darüber hinaus will das Geschäftsfeld ContiTech seinen Ertrag beispielsweise mit Anwendungen für Pkw, den Schienenverkehr, die Druckindustrie und den Bergbau weiter erhöhen. Insgesamt plant das Geschäftsfeld so seine bereinigte EBIT-Marge mittelfristig wieder in einen Korridor von rund 9 bis 11 Prozent zu verbessern. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) soll mehr als 20 Prozent betragen.

Hier finden Sie das Redemanuskript des Vorstands (PDF, 103,4 KB) zur Pressekonferenz im Rahmen der Kapitalmarkttage.

Aufzeichnung Pressekonferenz: Im Rahmen seiner Kapitalmarkttage stellte Continental am 16. Dezember 2020 seine neu ausgerichtete Strategie vor. © Continental AG

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