31. August 2017

FabLab: Neue Ideen herzlich willkommen!

Fast alles ist möglich und jeder kann mitmachen – so lautet das Motto des sogenannten FabLabs („fabrication laboratory“, auf Deutsch „Fertigungslabor“), dem Vincent Dinh, Business Developer im Transmission und Engine Sensors Segment der Powertrain- Business Unit Sensors & Actuators in Toulouse (Frankreich) einen großen Teil seiner Freizeit widmet.

Geboren wurde die Idee 2002 am berühmten MIT (Massachussetts Institute of Technology) in den USA, gelebt wird sie heute in der Nähe von Toulouse im Süden Frankreichs. Sie ist so einfach wie genial: Eine offene Werkstatt, die mit (häufig digitalen) Maschinen und Werkzeugen ausgestattet ist, steht kostenlos all jenen zur Verfügung, die schon immer einmal eine Idee verwirklichen wollten, aber nie die Gelegenheit oder die Möglichkeiten dazu hatten. Seit Dezember 2016 existiert das FabLab als Projekt der Non-Profit Organisation APSAR (Animation Prévention Sociale Amouroux-Roseraie), die sich für Bildung, Bürgerbeteiligung und Diversität in einem Wohnviertel nordöstlich von Toulouse einsetzt.

Diese kleine Hightech-Werkstatt bringt Alt und Jung, Experten und Laien zusammen und bietet Raum für Kreativität gepaart mit Technologie. Als Präsident von APSAR arbeite ich mit Herzblut am Ausbau des FabLabs. Mich fasziniert der Ansatz, ein Projekt für alle Alters- und Erfahrungsstufen anzubieten. Jeder der teilnehmen möchte, ist eingeladen zu experimentieren, zu kreieren und Dinge umzusetzen. Niemand muss ein Experte sein, um schöpferisch tätig zu werden oder etwas zu produzieren. Das ist eine neue Art, sich wissenschaftlichen Themen zu nähern. Das FabLab arbeitet derzeit mit 15 Ehrenamtlichen, darunter Architekten, Ingenieure, Techniker, Arbeiter, Musiker, Rentner und Studenten. Es trägt sich vorrangig aus Spenden und freiwilligem Engagement. Zurzeit ist das FabLab noch in einem angemieteten Raum auf zehn Quadratmetern untergebracht – zu wenig Platz für unsere Pläne. Das FabLab, wie wir es uns wünschen, hat fünf Säulen. Erstens, Digitale und elektronische Aktivitäten wie das Erstellen von Objekten mit dem 3D-Drucker, Programmieren oder Robotics; zweitens, Textilarbeiten; drittens, Holz-, Metall-, Konstruktions- und Reparaturarbeiten; viertens Musik- und Videoproduktion und fünftens gemeinschaftliches Gärtnern. Wir planen deshalb einen Umzug in ein 40 Quadratmeter großes Domizil mit festen Öffnungszeiten dienstags, freitags und samstags. Mitmachen können alle: Schüler, die ihren Interessen außerhalb des Lehrplans nachgehen möchten, Erfinder, die zuhause keinen Platz für ihre großen Ideen haben, Menschen, die lernen möchten und solche, die ihre Fähigkeiten gerne weitergeben. Es geht um den Austausch, das Miteinander und das daraus erwachsende Potenzial. Wenn sich vielleicht das eine oder andere Start-up-Unternehmen entwickelt, ist das sehr willkommen, aber es ist nicht das eigentliche Ziel.

 

Ich arbeite hauptsächlich abends und am Wochenende für das FabLab und investiere dafür zwischen einer und vier Stunden pro Woche. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe, meinen spannenden Job bei Continental mit diesem tollen Projekt vereinen kann. Meine Familie und Freunde unterstützen mich dabei. Sie halten das für eine gute Sache. Meine Frau ist ebenfalls sozial engagiert und wir möchten, dass auch unsere Kinder das FabLab nutzen. Woher meine Motivation kommt? Es mag sich banal anhören, aber wir bauen die Welt von morgen und ich möchte, dass mein Engagement dazu beiträgt. Ich tue dieses nach meinen Möglichkeiten und ich habe Freude daran.

Dieser Artikel wurde von unserem Mitarbeiter geschrieben.

Vincent Dinh

Business Developer

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