Pressemeldung
16. November 2021

MK C2 von Continental schafft die Grundlage für Bremssysteme in zukünftigen Fahrzeugarchitekturen

  • Continental unterstützt die weltweiten Megatrends Elektrifizierung und Automatisiertes Fahren mit der zweiten Generation seines elektrohydraulischen Bremssystems
  • Die MK C2 ist kompakter, leichter, wirtschaftlicher und hat eine Multi-Logic-Architektur für eine noch höhere Verfügbarkeit und höhere Leistungsmerkmale
  • Durch den modularisierten und skalierbaren Aufbau lässt sich die MK C2 optimal in komplette Plattformen integrieren und stellt damit den „Türöffner“ für zukünftige Bremssysteme und Motion Control Lösungen dar

Frankfurt am Main, 16. November 2021. Das Technologieunternehmen Continental hat die Pioniergeneration des elektrohydraulischen Bremssystems MK C1 gezielt weiterentwickelt. Trotz einer höheren Verfügbarkeit und höheren Leistungsmerkmalen ist die MK C2 kompakter und leichter, so dass sie sich einfacher auch in kleinere Fahrzeugmodelle und komplette Fahrzeug-Plattformen mit unterschiedlichen Antriebskonzepten sowie Bauraumbedingungen integrieren lässt. Auch die fahrzeugspezifische Applikation wurde vereinfacht. Zudem gelang es, die Zahl der Bauteile zu senken und die Kosten zu reduzieren. Der Übergang auf eine Multi-Logic-Architektur mit zwei unabhängigen Partitionen und somit einer redundanten Rückfallebene steigert die Systemverfügbarkeit speziell im Hinblick auf das Automatisierte Fahren. Unter anderem bietet die MK C2 bereits als Basis-System die Bremsfunktionalität für ein hoch automatisiertes Valet Parking.

Die MK C2 ist wie die MK C1 ein sogenanntes „Brake-by-Wire“-System, bei dem das Bremspedal von der eigentlichen Druckerzeugung entkoppelt ist. Das erschließt Vorteile, die aktuell immer wichtiger werden: Bei einem normalen Fahrstil kann in einem Elektroauto in mehr als 80 Prozent aller Verzögerungssituationen Strom durch Rekuperation gewonnen werden. Für den Fahrer soll sich das Bremspedal dabei stets wie gewohnt anfühlen, obwohl die Radbremsen gar nicht betätigt werden. Beim automatisierten Fahren wiederum kann die MK C2 mit ihrer sehr hohen Dynamik in nur 150 ms Bremsdruck aufbauen, sobald die Automation oder ein Assistenzsystem diesen anfordern – auch das geschieht, ohne dass der Fahrer durch eine Pedalreaktion verunsichert würde. Die MK C2 ist für automatisiertes Fahren gemäß SAE Level 3 oder höher ausgelegt.

„Jetzt, wenn die Fahrzeughersteller großflächig mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen in die Serie gehen, gehen wir mit der MK C2 genau zum richtigen Zeitpunkt an den Start“, sagte Amit Kapoor, Leiter Research & Development der Geschäftseinheit Vehicle Dynamics bei Continental. „Bremssysteme der Zukunft müssen weiterhin Sicherheit, Effizienz, Komfort und zukünftig auch immer mehr zusätzliche Funktionen unterstützen. Die MK C2 schafft dafür optimale Voraussetzungen. Die neue Systemgeneration ist kompakt und leicht, leistungsfähig und dabei wirtschaftlich hoch optimiert. Durch Modularisierung und Skalierbarkeit lässt sie sich in Fahrzeugübergreifende Plattformen integrieren.“

Hoch dynamisch und komfortabel

Zukünftige Bremssysteme müssen mehr können als „nur“ das Fahrzeug sicher zu verzögern. Sie müssen einen Beitrag zur Effizienz des Fahrzeugs leisten – und sie müssen neue Anforderungen für automatisiertes Fahren erfüllen. Dazu gehört, jederzeit hochdynamisch Bremsdruck bereitzustellen, wenn die aktive Fahrsicherheit das erfordert. In einem elektrifizierten Fahrzeug ermöglicht das nahtlose Überblenden von generatorischer Bremse (Rekuperation) und Radbremse bei der MK C2 eine um bis zu rund 30 Prozent höhere Rekuperationseffizienz im Vergleich zu hybriden Bremssystemen ohne Simulatorpedal. Damit sind allein durch die MK C2 bis zu 5 g weniger CO2-Ausstoß pro Kilometer Fahrstrecke erreichbar.

Für künftige Bremssysteme und Motion-Control-Lösungen ist die MK C2 der Türöffner. Sie unterstützt insbesondere den ersten Schritt zu den Bremssystemen der Zukunft – den Übergang zu einem echten Brake-by-Wire. Mit der vollständigen Trennung von Pedal und Druckerzeugung ohne Rückfallebene entsteht ein immenser Integrationsvorteil: Das Bremssystem muss nicht mehr zwingend an einer bestimmten Stelle vor dem Fahrer direkt an der Spritzwand montiert werden, um die mechanische Rückfallebene zu ermöglichen. Stattdessen unterstützt eine MK C2 mit elektronischem Pedal neue Fahrzeugkonzepte mit anderen Innenraumkonzepten und Dimensionen.

Als Wegbereiter für zukünftige Bremssystemanwendungen ist die MK C2 konsequent modularisiert und damit skalierbar. Der Applikationsaufwand, mit dem sie an unterschiedliche Fahrzeugsegmente und -modelle angepasst werden kann, wurde durch einen intelligenten Baukasten erheblich gesenkt. Mit verschiedenen Leistungsklassen stehen standardisierte Umfänge zur Verfügung.

Neue Wege in der Bremssystem-Architektur

Je nach Kundenanforderung kann die MK C2 sowohl mit einem mechanischen Pedal (und hydraulischer Rückfallebene) als auch mit einem elektronischen Pedal (ohne hydraulische Rückfallebene als Ausführung MK C2 EP) genutzt werden. Bei der Ausführung MK C2 EP tritt der Fahrer auf ein entkoppeltes elektronisches Bremspedal. Sensoren erfassen den Bremswunsch des Fahrers, der Elektromotor des Systems erzeugt dann den hydraulischen Druck.

Durch die Multi-Logic-Architektur und der redundanten Rückfallebene lassen sich auch im Fehlerfall Funktionen aufrechterhalten und der Fahrer kann weiter unterstützt werden. Auch kann z.B. die Parkbremse redundant angesteuert und auf eine mechanische Getriebesperre zur Stillstandssicherung verzichtet werden.

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