Pressemeldung
28. Januar 2021

Continental-Fördergurte sorgen in Tokio für sauberen, geräuscharmen Einsatz bei Hochwasserschutzprojekt

  • Taschenfördergurt Sicon transportiert Schüttgut sicher, sauber, geräusch- und emissionsarm durch Wohnquartier in Japans Hauptstadt
  • Fördergurt-Einsatz beim Bau eines unterirdischen Auffangbeckens für 150.000 Kubikmeter Wasser
  • Transportlösung reduziert Lärmbelastung, Staubemissionen und Verkehrsaufkommen in Wohngebieten

Hannover/Tokio, 28. Januar 2021. Taschenfördergurte des Technologieunternehmens Continental finden Einsatz in einem Hochwasserpräventionsprojekt in Machida, Tokio.

Seit Jahren werden zahlreiche Flüsse im Ballungszentrum Tokio überbaut oder reguliert, um Lebensraum zu schaffen. Die Gefahr von Hochwasser und Überschwemmungen – als eine Folge davon – steigt zunehmend an. Um der Gefahr entgegenzusteuern und Lebensräume für die Einwohner zu sichern, baut die Stadt nun ein unterirdisches Auffangbecken, das bis zu 150.000 Kubikmeter Wasser fasst – Wassermassen, die sonst Wohnquartiere überfluten, das öffentliche Leben stilllegen und die Existenz vieler Menschen bedrohen könnten. Continental leistet einen Beitrag zu diesem Projekt und liefert einen Spezial-Fördergurt, mit dem der Abraum des auszuhebenden Auffangbeckens sicher, sauber und geräuscharm von der Baustelle inmitten eines Wohngebietes abtransportiert werden kann.

Kurvengängig auf engstem Raum

Für das Becken – 20 Meter tief, 190 Meter lang und 90 Meter breit – müssen zunächst tausende Tonnen Erdboden und Schüttgut ausgehoben und aus der riesigen Grube herausbefördert werden. Im vergangenen Dezember wurde der mehr als 1.500 Meter lange Taschenfördergurt Sicon in die Stahlkonstruktion der Anlage eingezogen. Die insgesamt über 750 Meter lange Anlage soll in einigen Wochen betriebsbereit sein. Der Aushub von 280 Tonnen pro Stunde wird über das Förderband mit 1,4 Sekunden pro Meter quer durch das Wohnviertel zu einer nahegelegenen Hauptstraße transportiert, wo es von Lkw abgefahren wird.

„Der Sicon Fördergurt ist von der Aufgabe- bis zur Abwurfstelle geschlossen. Er ist bis zu 180 Grad kurvengängig, somit äußerst flexibel in der Linienführung und lässt sich jeder Umgebung optimal anpassen. Ecken und Kanten können so ohne zusätzliche Übergabestellen umgangen, Kurvenradien von weniger als einem Meter realisiert werden“, erklärt Gabriele Hennig-Juman aus dem Continental-Vertrieb für Fördergurtsysteme im asiatisch-pazifischen Raum. Bei einer serpentinenartigen Streckenverlegung ist der Gurtförderer auch in der Lage, große Höhenunterschiede auf engstem Raum zu überwinden.

Geräusch-, staub- und emissionsarme Transportlösung

Gefertigt wird der Gurt in Northeim (Deutschland) und von dort nach Japan geliefert. Auftragnehmer vor Ort sind das lokale japanisch-deutsche Joint Venture von Continental „Bando-Scholtz“ und Furukawa Industrial Machinery Systems, in Japan ein Spezialist für Stahlbau und Industrieausrüstungen, die gemeinsam alle Arbeiten für den Endkunden – die Stadt Tokyo – koordinieren und vornehmen. Ein internationales Serviceteam von Continental und Bando Chemicals unterstützt vor Ort bei der Montage, Endlosschließung des Gurtes und Inbetriebnahme der Anlage. „Der Taschenfördergurt erfüllt besonders anspruchsvolle Anforderungen in Sachen Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Diese zuverlässige und saubere Transportlösung berücksichtigt sowohl ökologische Aspekte als auch den Erhalt der Lebensqualität der Menschen vor Ort“, sagt Masaaki Ogino, CEO der Bando-Scholtz Corporation.

Ohne die Förderanlage müssten zahllose Lastwagen monatelang durch das Wohngebiet bis zur Baustelle vorfahren, was eine schlechtere CO2-Bilanz und mehr Lärmbelastung zur Folge hätte und das Verkehrsunfallrisiko potenziell steigern würde – besonders in der räumlich sehr begrenzten Infrastruktur des Wohngebietes. Der geräusch- und staubemissionsarme Transport des Abraumes per Taschengurt ist daher eine probate Transportalternative.

Sturzregen und Hochwasser allgegenwärtig

Längst ist Tokio zu einem der größten Ballungsräume der Welt herangewachsen – mit fast zehn Millionen Einwohnern in der Stadt und weiteren 30 Millionen im Umland. Platz zum Wohnen und Arbeiten ist knapp. So ist es auch in Machida, einer Vorstadt südwestlich von Tokio. Rund 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, leben hier rund 450.000 Einwohner. Riesige Wohngebiete erstrecken sich über das hügelige Gebiet der Tama Hills mit dem nahegelegenen Fluss Tama. Seit vielen Jahren wird die Stadt regelmäßig von Sturzregen, Hochwasser und Überschwemmungen heimgesucht – mit Stromausfällen, Schäden an der Infrastruktur und potenziellen Risiken für die dort lebenden Menschen. Das unterirdische Auffangbecken am Fluss Sakai soll die Einwohner künftig vor Überschwemmungen schützen. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant.

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