Pressemeldung
09. Dezember 2020

Individualverkehr gewinnt in der Pandemie an Bedeutung

  • Continental-Mobilitätsstudie 2020 zeigt einen klaren Trend zum Individualverkehr als Folge der Pandemie
  • Im Rahmen der Mobilitätsstudie 2020 wurden Menschen in Deutschland, Frankreich, den USA, Japan und China zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt
  • Obwohl die Menschen im Zuge der Kontaktbeschränkungen weltweit weniger unterwegs sind, nutzt ein signifikanter Anteil das Auto häufiger als vor der Pandemie
  • Mehr als die Hälfte aller Befragten in Deutschland, China und Japan hat die Nutzung von Bussen und Bahnen eingeschränkt, in den USA und Frankreich gilt dies für rund 40 Prozent
  • Der Kauf eines eigenen Autos gewinnt an Bedeutung. Besonders auffällig ist dies in China: 58 Prozent der Chinesen möchten sich ein eigenes Auto kaufen
  • Dr. Ariane Reinhart, Vorstand für Personal und Nachhaltigkeit bei Continental: „Unser Anspruch ist klimaneutrale Mobilität – bis spätestens 2050.“

Hannover, 9. Dezember 2020. Der Individualverkehr hat als Folge der Coronavirus-Pandemie massiv an Bedeutung gewonnen. Um den Kontakt zu anderen Menschen zu minimieren, sind viele mit dem eigenen Auto unterwegs. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und von Fahrgemeinschaften ist hingegen überall deutlich zurückgegangen. Dies geht aus der jetzt veröffentlichten Continental-Mobilitätsstudie 2020 hervor. Im Rahmen der Studie wurden in Kooperation mit dem renommierten Sozialforschungsinstitut infas bevölkerungsrepräsentative Umfragen zum Mobilitätsverhalten in Deutschland, Frankreich, den USA, Japan und China durchgeführt.

Dr. Ariane Reinhart, im Vorstand von Continental verantwortlich für Personal und Nachhaltigkeit, bewertet die Studienergebnisse: „Die Ergebnisse der Continental-Mobilitätsstudie belegen ein weltweites Bedürfnis nach individueller Mobilität. In der Corona-Pandemie hat sich dieser Wunsch nochmals verstärkt.“ Dr. Ariane Reinhart fährt fort: „Umso wichtiger werden daher vor dem Hintergrund der drängenden Klimafrage nachhaltige – und das bedeutet in allererster Linie klimaneutrale – Lösungen für den weltweiten Verkehr. Als Technologieunternehmen mit einem der umfassendsten Nachhaltigkeitsfahrpläne in der Zulieferindustrie leistet Continental dafür in vielen Bereichen wichtige Beiträge. Unser Anspruch ist klimaneutrale Mobilität – bis spätestens 2050.“

Klarer Trend zum Individualverkehr als Folge der Pandemie

In Frankreich und Deutschland geben 80 Prozent der Befragten an, dass sich ihr tägliches Mobilitätsverhalten während der Pandemie verändert habe. Die USA kommen mit 81 Prozent auf einen ebenso hohen Wert. Die stärkste Veränderung gab es in den asiatischen Ländern: In Japan haben 88 Prozent der Menschen ihr Mobilitätsverhalten geändert, China kommt sogar auf einen Wert von 93 Prozent.

Obwohl sich die Mobilität vieler Menschen in der Krise deutlich verringert hat, berichtet ein großer Teil, das Auto verstärkt zu nutzen. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten in China: Fast die Hälfte der Befragten dort gibt an, mehr mit dem Auto unterwegs zu sein. Dies ist vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass an der repräsentativen Befragung in stärkerem Maße Menschen im urbanen Raum teilgenommen haben. Im dicht besiedelten Deutschland mit einem vergleichsweise engmaschigen Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ist es immerhin ein Viertel der Befragten, das das Auto häufiger nutzt als vor Ausbruch der Pandemie. Selbst in Frankreich, wo die Bewegungsfreiheit und damit die Mobilität besonders stark eingeschränkt wurden, haben 16 Prozent der Bevölkerung das Auto häufiger genutzt. Deutschland (23 Prozent), die USA (22 Prozent) und Japan (21 Prozent) kommen auf ähnliche Werte.

Die Corona-Pandemie führt zu einer verstärkten individuellen Mobilität und damit zu einer weiteren Verdichtung des Verkehrs in den fünf befragten Ländern. „Moderne Fahrzeuge mit vorausschauender Software an Bord sind jetzt ein wichtiger Teil der Lösung für das Mobilitätsbedürfnis der Menschen – Autos, die ihre Insassen sicher und effizient ans Ziel bringen. Für diese intelligenten Lösungen steht Continental“, sagt Dr. Ariane Reinhart.

Neben dem eigenen Auto hat auch das Fahrrad im Zuge der Corona-Pandemie einen abermaligen Schub erfahren. Mit 34 Prozent liegt der Zuwachs bei der Nutzung von Fahrrädern in China besonders hoch, gefolgt von Deutschland mit 21 Prozent. Ganz anders sieht es dagegen bei öffentlichen Verkehrsmitteln aus: Die Hälfte der Deutschen gibt an, dass sie weniger auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreift als zuvor. In China und Japan ist es sogar mehr als die Hälfte der Menschen. Auffällig ist, dass 56 Prozent der US-Amerikaner und 48 Prozent der Franzosen keine Änderung bei der Nutzung von Bus und Bahn vorgenommen haben. In China, Japan und Deutschland gibt dies nur jeweils rund ein Drittel aller Befragten an.

Die Frage ist, ob sich diese Entwicklung auch nach der Krise verstetigt. Einige Ergebnisse der Continental-Mobilitätsstudie 2020 deuten dies an: Zwischen 6 Prozent (Japan und Deutschland) und 15 Prozent (USA) der Befragten berichten, dass sie vor dem Hintergrund der Pandemie ein Auto gekauft haben oder dies in Betracht ziehen – eine mittel- bis langfristig ausgerichtete Entscheidung. In China, wo der Anteil der Autobesitzer noch deutlich geringer ist, sind es sogar 58 Prozent der Befragten. Auffällig ist auch, dass die Chinesen im Vergleich häufiger angeben, in Carsharing- oder Carpool-Programmen organisiert zu sein oder während der Pandemie auf Leihwagen zurückzugreifen.

Insgesamt gehört das Auto in allen untersuchten Ländern für die meisten Menschen zur täglichen Fortbewegung. In den USA, Deutschland und Frankreich gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, ein Fahrzeug täglich oder fast täglich zu benutzen, und rund ein Drittel gibt an, mindestens einmal pro Woche einen Wagen zu fahren. China kommt mit 43 und 41 Prozent in der Summe auf einen ähnlich hohen Wert, allerdings mit weniger täglichen oder fast täglichen Fahrten als die westlichen Industrieländer. Lediglich die befragten Japaner gaben nur zu rund einem Drittel an, täglich oder mindestens einmal in der Woche zu fahren. 13 Prozent der Japaner verzichten sogar vollständig auf das Auto. 

Fazit

Als Folge der globalen Verbreitung des Coronavirus hat sich das tägliche Mobilitätsverhalten weltweit stark verändert. Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen und Fahrgemeinschaften werden dabei in Asien noch stärker gemieden als in Europa. Davon profitiert der Individualverkehr. Mobilität findet eher in eigenen Automobilen oder per Fahrrad statt.

Die Continental-Mobilitätsstudie

Seit 2011 führt das Technologieunternehmen Continental in regelmäßigen Abständen die Continental-Mobilitätsstudie zu unterschiedlichen Fokusthemen durch. Die Mobilitätsstudie 2020 ist bereits die sechste Auflage der Studie, bei der jeweils Menschen in Deutschland, Frankreich, den USA, China und Japan zu ihren Einstellungen hinsichtlich verschiedener Aspekte der Mobilität befragt werden. Eines der Kernthemen der aktuellen Studie ist die Elektromobilität. Befragt wurde in der ersten Befragungswelle im September 2020 ein jeweils bevölkerungsrepräsentatives Sample in fünf Ländern von drei Kontinenten.

Neben den Erwartungen und Einstellungen zum elektrischen Fahren wurden Veränderungen der Mobilität vor dem Hintergrund der globalen Covid-19-Pandemie abgefragt. Der Kampf gegen die Verbreitung des Virus hat das Mobilitätsaufkommen in allen befragten Ländern durch strenge Verhaltensmaßnahmen für die Bevölkerung zeitweise massiv reduziert. Gleichzeitig veränderte sich, auch nachdem Maßnahmen gelockert und die Mobilität verstärkt wieder hochgefahren wurde, das Verhalten vieler Menschen. Konkrete Verhaltensänderungen, Einstellungen und Erwartungen lassen sich aus den Umfrageergebnissen ablesen.

Im Rahmen der Mobilitätsstudie 2020 arbeitet Continental mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut infas zusammen, das die Continental-Mobilitätsstudie bereits seit 2011 unterstützt.

Verfügbare Dokumente

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