Pressemeldung
05. November 2018

Neuer Radarsensor von Continental ermöglicht leistungsfähigen Motorrad-Notbremsassistenten

  • Nächster Schritt zur Erhöhung der Fahrsicherheit: Continental präsentiert auf der EICMA neue Fahrerassistenzsysteme für Zweiräder
  • Kontrolle bleibt beim Fahrer: Notbremsassistent verkürzt Reaktionszeit und unterstützt den Fahrer durch einen dosierten Bremseingriff
  • Präzise Analyse: Fünfte Radar-Generation mit noch genauerer Objekterkennung
  • Hohe Flexibilität: Durch modularen Aufbau maßgeschneiderte Lösungen auch für kostensensitive Märkte

 

Frankfurt am Main, 5. November 2018. Continental verfolgt mit der „Vision Zero“ die Vision eines unfallfreien Straßenverkehrs und übernimmt auf dem Weg dorthin einmal mehr eine Pionierrolle: Als erster Anbieter will das Technologieunternehmen einen Notbremsassistenten für Motorräder auf den Markt bringen. Das radarbasierte System gehört zur breiten Palette der modernen Fahrerassistenzsysteme, die Continental unter dem Begriff Advanced Rider Assistance Systems zusammenfasst und nun auf der EICMA in Mailand vorstellt. Die neue, fünfte Generation der Radarsensoren von Continental, die sich unter anderem durch eine weiterentwickelte Objekterkennung auszeichnet, ermöglicht einen leistungsfähigen Notbremsassistent. In die Entwicklung für das Zweiradsystem sind die langjährigen Erfahrungen mit Sicherheitssystemen aus dem Pkw- und Nutzfahrzeugbereich eingeflossen. Doch es gibt Unterschiede: Während der Pkw-Notbremsassistent bei drohender Kollision autonom eine Vollbremsung mit maximaler Bremskraft durchführt, bremst das Motorradsystem deutlich dosierter. Es ist eher darauf ausgelegt, den Fahrer oder die Fahrerin zu unterstützen, als die Kontrolle zu übernehmen. Laut Continental Unfallforschung könnten mit einem Notbremsassistenten ein Großteil der Auffahrunfälle verhindert werden – in naher Zukunft auch bei kreuzendem und entgegenkommendem Verkehr.

„Anders als im Auto ist man auf dem Motorrad den Umwelteinflüssen wie Wind, Wetter und Vibrationen weitestgehend ausgeliefert, was die Fahraufgabe sehr anspruchsvoll macht. Dadurch kommen Motorradfahrer häufiger in Situationen, in denen sie die Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer nur schwer einschätzen können. Der Motorrad-Notbremsassistent hat daher in erster Linie einen indikativen Charakter: Er weist den Fahrer auf kritische Situationen hin und macht diese schneller verständlich“, sagt Christian Pfeiffer, Projektleiter ARASTM für den Bereich
2-Wheeler & Powersports bei Continental. „Wie beim Auto reduziert das System zwar auch hier die Geschwindigkeit. Doch das Ziel ist, einen Prozess einzuleiten, dessen Steuerung der Fahrer dann übernimmt. Dadurch verkürzt sich die Reaktionszeit, und der Anhalteweg kann sich erheblich verringern.“

Notbremsassistent verzögert in kritischen Situationen selbstständig

Mit Hilfe eines Radarsensors überwacht der Notbremsassistent den Bereich vor dem Motorrad. Besteht die Gefahr einer Kollision mit einem vorausfahrenden Fahrzeug oder einem anderen Hindernis, wird der Fahrer zunächst gewarnt: optisch, akustisch oder auch haptisch, zum Beispiel durch Vibrationen im Lenker. Ein geringer Vorbremsdruck unterstützt ihn anschließend bei seinem aktiven Bremsvorgang. Reagiert der Fahrer nicht auf die Warnung, baut der Notbremsassistent selbstständig Bremskraft auf – vorausgesetzt beide Hände sind am Lenker. Die Bremsbeschleunigung ist dabei erheblich niedriger als in einem Pkw-Notbremssystem üblich.

Die Nah- und Fernbereichsradarsensoren von Continental sind mit der fünften Generation, die 2019 in Serie gehen wird, noch präziser und leistungsfähiger geworden. So kommen verbesserte Objekterkennungsalgorithmen zum Einsatz, die auch kleinere Objekte, wie zum Beispiel einen abgefallenen Auspuff, detektieren können. Darüber hinaus lässt sich durch die so genannte Elevations-Messfähigkeit die Höhe von Objekten bestimmen. Dadurch kann der Sensor zum Beispiel Stauenden unter einer Brücke oder Straßenbegrenzungen wie Randsteine noch besser erkennen. Ein weiterer Vorteil, der gerade beim knappen Bauraum von Motorrädern wichtig ist: Das Radarsystem ist noch kompakter geworden.

Ohne großen Aufwand realisierbar: Der intelligente Tempomat als perfekte Ergänzung

Der Radarsensor ist nicht nur das zentrale Element des Notbremsassistenten, sondern bei vielen modernen Motorrädern auch die einzige Komponente, die zusätzlich erforderlich ist, um diese Assistenzfunktion zu realisieren. Vor allem im High-End-Segment sind in der Regel alle anderen Komponenten bereits im Fahrzeug verbaut. Dazu gehört beispielsweise das Sensorcluster, das Beschleunigungen und Drehraten misst. Das Radarsystem analysiert unter Einbeziehung der Daten des Sensorclusters die Fahrsituation, die Positionen anderer Verkehrsteilnehmer und ob in der Konsequenz eine Notbremsung erforderlich ist. Umgesetzt wird die Bremsung dann vom Bremsensteuergerät, während parallel über das Motorsteuergerät die Motordrehzahl entsprechend reduziert wird. Continental kann alle beteiligten Technologien für Motorräder jeder Größe aus einer Hand liefern, inklusive des Kombiinstruments, das den Fahrer bei einer drohenden Kollision warnt.

Eine weitere ARASTM Funktion, die ebenfalls mit nach vorn gerichtetem Fernbereichsradar arbeitet, ist der Intelligente Abstandsregeltempomat. Das System passt die Geschwindigkeit des Motorrads – selbst bei leichter Schräglage des Zweirads – automatisch der des vorausfahrenden Fahrzeugs an und gewährleistet damit zu jeder Zeit einen sicheren Abstand. Als perfekte Ergänzung zum Notbremsassistenten sorgt dieser intelligente Abstandregeltempomat vor allem bei dichtem Verkehr auf Autobahnen für ein entspanntes und sicheres Fahren. Dadurch wird der Fahrer entlastet, und er kann Konzentration und Aufmerksamkeit schonen. Damit diese auf dem Motorrad besonders wichtigen Ressourcen im vollen Umfang verfügbar sind, wenn es darauf ankommt: auf der nächsten kurvigen Bergstrecke.

 

ARAS<sup>TM</sup> Funktionen können besonders auch in Asien die Sicherheit deutlich steigern

Zu den weiteren ARASTM Funktionen, die Continental für Zweiräder anbietet, gehören der Totwinkelassistent, die Verkehrszeichenerkennung und der Intelligente Scheinwerferassistent. Der Totwinkelassistent erfasst durch einen Nahbereichsradarsensor die Umgebung hinter dem Motorrad und warnt den Fahrer bei einem beabsichtigten Spurwechsel vor Fahrzeugen im toten Winkel. Die Verkehrszeichenerkennung registriert per Kamera Tempolimits, Überholverbote und Einfahrverbote in Einbahnstraßen und zeigt diese dem Fahrer an. Der Scheinwerferassistent erkennt die Lichter vorausfahrender und entgegenkommender Fahrzeuge und schaltet wann immer möglich das Fernlicht ein, um eine optimale Fahrbahnausleuchtung zu gewährleisten. Darüber hinaus warnt die Kollisionswarnung den Fahrer bei Kollisionsgefahr, beinhaltet jedoch im Gegensatz zum Notbremsassistenten keine Notbremsfunktion. Durch den modularen Aufbau sämtlicher Systeme kann Continental Lösungen anbieten, die speziell auf unterschiedliche Märkte, Handelsbestimmungen und gesetzliche Vorschriften zugeschnitten sind.

„Anders als bei Pkw-Insassen ist ein passiver Schutz, wie beispielsweise durch Airbags, von Motorradfahrern nur sehr begrenzt möglich. Daher ist die Unfallvermeidung gerade beim Zweirad von herausragender Bedeutung“, so Pfeiffer. „Die umfelderfassenden Systeme stellen hier den nächsten großen Schritt in Richtung Fahrsicherheit dar, mit dem wir unserer ‚Vision Zero’ einen Schritt näherkommen.“ Besonders in asiatischen Ländern, wie beispielsweise Indien, in denen motorisierte Zweiräder alltägliche Transportmittel und die Verkehrsopferzahlen extrem hoch sind, lässt sich durch diese Systeme das Sicherheitspotenzial deutlich steigern. „Ähnlich wie heute schon das Motorrad-ABS wird auch der Notbremsassistent seinen Weg in diese Märkte finden“, ist Pfeiffer überzeugt.

 

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