Asim Shahzad

Ich heiße Asim Shahzad und komme aus Pakistan. Ich gehöre zu Ahmadiyya Muslim Jamaat. Die muslimische Minderheit der Ahmadi wird in Pakistan seit Jahrzehnten verfolgt. Nach einer Verfassungsänderung werden sie mittlerweile bestraft, wenn sie sich als Muslime bezeichnen. Ahmadis und Christen werden in Pakistan massiv von Mullahs, den Taliban und der Regierung verfolgt. Viele mussten deswegen das Land verlassen und nach Deutschland flüchten. Das ist auch bei mir der Fall.

Ich bin zuerst allein nach Deutschland gekommen. Die Flucht hat bei mir zwei Tage gedauert. Ich bin im Januar 2012 nach Deutschland geflogen und bin zuerst in Frankfurt angekommen. Danach habe ich in Gießen Asyl beantragt. Ich habe ca. zwei Monate in Gießen in einer Erstaufnahmeeinrichtung verbracht und bin danach nach Diemelstadt-Wrexen geschickt worden. Ich habe ein Jahr im Asylantenheim in Wrexen gewohnt. Als ich nach 1,5 Jahren hier anerkannt war, sind meine Frau und Tochter nachgezogen. Dann haben wir uns eine Wohnung in Bad Arolsen gemietet, wo wir seitdem leben. Meine Mutter lebt noch in Pakistan.

Ich habe nach der Anerkennung erst an einem Integrationskurs teilgenommen und danach meinen Führerschein gemacht. Anschließend habe ich mich für eine Ausbildung bei mehreren Firmen beworben. In den ersten sechs Monate erhielt ich leider keine positive Antwort. In dieser Zeit habe ich an einem berufsbezogenen Sprachkurs teilgenommen. Das Jobcenter in Bad Arolsen hat mir angeboten, bei Continental in Korbach eine Einstiegsqualifizierung (EQ) zu machen. Da ich in Pakistan Finanzen und Banking studiert hatte, war das für mich anfangs eine komplett andere Richtung. Ich nutzte diese Chance trotzdem. Nach dem Jahr Einstiegsqualifizierung habe ich bei Continental einen Ausbildungsplatz bekommen. Ich war sehr froh. Anfangs war das sprachlich sehr schwer, später aber habe ich es geschafft und am Ende konnte ich meine Abschlussprüfung sogar vorziehen und habe diese mit einer guten Zwei bestanden.

Ich wurde direkt nach meiner Ausbildung von Continental übernommen. Im Januar 2019 habe ich angefangen bei der Continental Reifen GmbH am Standort Korbach in der Abteilung Mischsaal zu arbeiten. Ich arbeite als Verfahrensmechaniker an verschiedenen Anlagen und Maschinen in der Abteilung im Produktionsbereich.

An Continental gefallen mir die Bildungsmöglichkeiten und die Hilfsbereitschaft der Ausbilder und Kollegen. Alle sind freundlich und hier arbeitet man mit Leuten unterschiedlichster Nationalitäten zusammen. Das finde ich sehr schön. Außerdem bietet Continental gute Perspektiven.

Mein Rat an andere:

Ich empfehle anderen, die hier nach Deutschland aus verschiedenen Regionen kommen, zuerst die deutsche Sprache zu lernen, weil das der wichtigste Schlüssel für eine gute Integration ist. Die Leute mit Migrationshintergrund sollten versuchen an ihre Zukunft zu denken und nicht hier und da immer zwischen verschiedenen Jobs zu wechseln. Nicht alle haben die gleichen Chancen im Leben, aber man muss es immer wieder versuchen und darf nicht aufgeben. Das Alter spielt hier in Deutschland keine Rolle. Das ist in vielen anderen Ländern nicht der Fall. Es ist wichtig sich zu integrieren: Für seine Kinder und deren Zukunft. Jeder hat hier seine Religionsfreiheit und den nötigen Respekt. Ich fühle mich in Deutschland viel sicherer als in meiner Heimat, wo ich aufgewachsen bin. Ich sage den Leuten immer: „Wenn wir ehrlich und willensstark sind, schaffen wir alles was wir wollen“.

Ich danke meinen Ausbildern, die mir während der Ausbildung viel geholfen haben. Ich habe mich bei der Continental nie allein gefühlt. Es war immer einer da, wenn ich Hilfe brauchte. Nur wegen den Menschen bin ich heute so weit, dass ich einen sicheren Job habe und meiner Familie etwas bieten kann, damit meine Kinder eine noch bessere Zukunft haben. DANKE!

Datum: 16.08.2021