Rasool Alhafez

Ich bin Rasool Alhafez aus Syrien und ich bin 25 Jahre alt. Ich komme aus einer Stadt, welche heute zu 80% zerstört ist. 2011 hat der Krieg bei uns angefangen und ein Jahr darauf, am 26.03.2012 ist mein Bruder bei dem Krieg ums Leben gekommen. Danach sind wir innerhalb Syriens in eine andere Stadt geflüchtet.

In Syrien war ich in einer Lehre als Elektrotechniker, konnte diese jedoch aufgrund des Krieges nicht abschließen. 2015 habe ich mich entschieden Syrien zu verlassen. Die Situation wurde für uns zu gefährlich. Mein Vater hatte Angst seinen zweiten Sohn ebenfalls im Krieg zu verlieren und hat mir zur Flucht geraten.

Ich bin mit dem Bus von Syrien nach Libanon ausgereist. Von dort aus bin ich weiter in die Türkei gezogen. In der Türkei war ich nicht lange, bis es mit dem Boot weiter nach Griechenland ging. Ich passierte noch Mazedonien, Serbien, Ungarn und war dann in Deutschland. Auf dieser Strecke nutzte ich oft ein Taxi, einen Bus oder ging zu Fuß. Insgesamt war ich ca. 20 Tage unterwegs. In Deutschland habe ich dann schnell eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen und einen Deutschkurs besucht. Bei meinem Besuch beim Arbeitsamt haben sie mich auf die Einstiegqualifikationsmöglichkeit bei Continental hingewiesen und so habe ich mich dann bei Continental beworben. Die Einstiegsqualifikation habe ich erfolgreich absolviert. Anschließend habe ich eine Ausbildung bei Continental gemacht, welche ich 2020 erfolgreich bestanden habe.

Ich wurde von Continental für zwei weitere Jahre übernommen. Dort arbeite ich als Facharbeiter-Lötbadbetreuer. Falls Probleme bei der Anlage auftauchen oder diese umgestellt werden muss, bin ich zur Stelle.

Ich habe damals viel Deutsch über YouTube gelernt und nebenbei noch in der Schule Deutschkurse besucht. Manchmal saß ich 10 Stunden, nur um meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Am Anfang während Ausbildung haben viele Dialekt gesprochen, was für mich anfangs ziemlich schwierig war. Ich habe dann oft nach der Arbeit geweint, weil ich vieles nicht verstanden habe. Am Anfang habe ich jedoch nur Englisch gesprochen, um schnell eine Wohnung etc. zu finden.

Heute wohne ich in Schwenningen, ca. 15 Kilometer von meiner Arbeit entfernt. Hier lebe ich mit meiner Frau, welche ich in Deutschland kennengelernt und 2019 anschließend geheiratet habe. Der Rest meiner Familie lebt noch in Syrien. In Zukunft plane ich einen Techniker oder Meister zu absolvieren.

Ich empfehle allen in so einer Situation die Sprache zu lernen. Man muss ein Ziel vor Augen haben, dann kommt der Ehrgeiz von allein.

Ich bedanke mich für die Chance und das Vertrauen der Continental, die es mir möglich gemacht hat, mein Leben in Deutschland gut zu starten.

Datum: 12.08.2021