E-Autos verlangen nach innovativen Bremssystemen

Die Elektrifizierung stellt die Bremsen vor neue Herausforderungen. E-Fahrzeuge bremsen anders als Verbrenner und dies zu großen Teilen automatisch mit dem Elektromotor, um die Bremsenergie zurückzugewinnen. Durch die hohe Rekuperationsleistung wird die Bremse in vielen Situationen des Alltags nur noch selten genutzt. Was sich im ersten Moment nach Langlebigkeit der Bremsbeläge und Bremsscheiben anhört, führt bei Scheibenbremsen genau zum Gegenteil. Sie werden dadurch anfälliger für Korrosion und verlieren nach langem Nichtbetätigen an Bremskraft, die aber jederzeit zu 100 Prozent zur Verfügung stehen muss. Bei Bremssystemen für das E-Auto greift Continental dazu auch auf ein altbewährtes Prinzip zurück: die Trommelbremse „EPB-Si“ für die Hinterachse. Aufgrund ihrer geschlossenen Bauweise verursacht diese kaum Partikelemissionen, ist korrosionsbeständig und wartungsarm. Zusätzlich bietet eine integrierte elektrische Parkbremse größeren Freiraum und mehr Optionen bei der Gestaltung des Innenraums. Darüber hinaus ist das System skalierbar und für Fahrzeuge mit einem Gewichten von teilweise über 3,5 Tonnen geeignet. Zudem hat Continental für Scheibenbremsen an der Vorderachse und für Fahrzeuge mit einer größeren Masse den Bremssattel „Green Caliper“ mit fortschrittlichen Funktionen entwickelt. Bei dem Produkt sind Belagfläche und Bremssattel aufs Nötigste reduziert, während ein größerer Spalt sowie die Möglichkeit, den Belag aktiv weiter von der Bremsscheibe zurückzuziehen, den Restwiderstand weiter eingrenzen.

Zukünftige Bremssysteme müssen mehr können, als „nur“ das Fahrzeug sicher zu bremsen. Sie sollen einen wesentlichen Beitrag zur Effizienz leisten – und sie müssen neue Anforderungen für das automatisierte Fahren erfüllen. Eine Weiterentwicklung von Continental auf diesem Gebiet ist das elektrohydraulische Bremssystem „MK C2“. Es unterstützt den Schritt zu einem echten Brake-by-Wire, bei dem das Bremspedal von der eigentlichen Druckerzeugung entkoppelt ist. Die Pedalposition wird dabei elektronisch erfasst. Ein hoch performanter Motor erzeugt daraus den verstärkten Bremsdruck und kann in Sekundenbruchteilen das Fahrzeug abbremsen. Die MK C2 erzielt eine bis zu rund 30 Prozent höhere Effizienz bei der Rekuperation. Beim automatisierten Fahren gemäß SAE Level 3 oder höher wiederum kann die MK C2 in Millisekunden einen hochdynamischen Bremsdruck aufbauen, sobald die Automation oder ein Assistenzsystem diesen anfordern. Sie ist damit prädestiniert für neue Interieur-Konzepte und Cockpit-Dimensionen.

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Bremssysteme

Bremssysteme werden zunehmend intelligent, um künftige Anforderungen durch automatisiertes Fahren und Elektrifizierung erfüllen zu können. Und das in neu gedachten Fahrzeugen mit veränderter Architektur. Diese Funktionserweiterung setzt ein tiefes Systemverständnis voraus, um in künftigen – langfristig auch modularen und verteilten – Bremssystemen kompromisslose Sicherheit und Nachhaltigkeit zu vereinen.