Die Continental-Mobilitätsstudie 2020

Assistenzsysteme: Je klarer die Vorteile, desto höher die Akzeptanz

Das autonome Fahren, bei dem Software dem Fahrer alle Aufgaben abnimmt, ist die weitreichendste Form der Automatisierung. Bereits heute gibt es eine große Anzahl an Assistenzsystemen, die Fahrer bei Aufgaben unterstützen oder diese zunehmend vollständig übernehmen.

In China gefällt die Vorstellung, das Einparken komplett einem selbstständigen Assistenten zu übertragen, einer klaren Mehrheit der Befragten – und mehr Menschen als in anderen Ländern.

Zwar möchten auch in Deutschland, den USA, Japan und Frankreich mehr als die Hälfte der Befragten diese Technologie in naher Zukunft nutzen, aber in diesen Ländern wird die Entscheidung in einem größeren Maße abhängig gemacht vom Preis des Assistenzsystems. In China spielt dies nur für 5 Prozent aller Befragten eine Rolle, in Japan sind es hingegen 21 Prozent.

Ähnlich starkes Begehren wie der Parkassistent, der dem Autofahrer das Rangieren des Vehikels von außen erlaubt, weckt der Abbiegeassistent. Auch bei diesem Sicherheitsfeature, das speziell Radfahrer und Fußgänger vor abbiegenden Fahrzeugen schützt und sich zunächst im Nutzfahrzeugbereich durchsetzt, sagen vor allem Chinesen, dass sie es in naher Zukunft unbedingt nutzen möchten. Dabei machen insbesondere Japaner ihre Entscheidung vom Preis abhängig. Insgesamt lässt sich bei diesem sicherheitsrelevanten Assistenten aber eine sehr große Offenheit erkennen, diesen einzusetzen.

Ein generell etwas skeptischeres Stimmungsbild ergibt sich beim teilautomatisierten Fahren, etwa im Stau auf der Autobahn, wenn der Fahrer eine Beobachterrolle übernimmt. Die Anzahl der Skeptiker, die eine solche Abstandsfolgeautomatik auch in Zukunft nicht nutzen würde, ist aber in Deutschland und Frankreich deutlich höher als beim Einpark- und Abbiegeassistenten.

Zudem ist in allen Ländern die Zahl der Technik-Fans, die neue Sicherheits- und Komfortassistenten begrüßen, größer als die Zahl der Skeptiker. Letztere sind in Deutschland am stärksten vertreten, in Japan und China hingegen sind diese Zweifel gering.

 

Die Technologieaffinität in China zeigt sich auch bei weiteren Entwicklungen: Geht es um den Einsatz von Komfort-Features wie etwa Displays oder dreidimensionaler Darstellung, ist der Zuspruch aus China besonders groß – hier sind es 88 Prozent der Befragten, die eine solche Technologie in ihrem Auto nutzen möchten. Auch in den Vergleichsländern sind zwischen 54 Prozent (Deutschland) und 64 Prozent (USA) der Weiterentwicklung digitaler Displays zugetan. Es zeigt sich aber auch, dass in allen Ländern mehr auf den Preis solcher Systeme geachtet wird als bei reiner Sicherheitstechnologie. Die eigene und die Sicherheit anderer genießt also Vorrang vor Convenience und Komfort. In puncto Sicherheit ist zudem ein generell größerer Teil der Autofahrer willens, das Lenkrad der Technik zu überlassen.

Download der Broschüre "Vom Fahrer zum Passagier: Einstellungen zur technologischen Entwicklung des Autos - pdf (388KB)" im Rahmen der Mobilitätsstudie 2020.

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