Die Continental-Mobilitätsstudie 2020

Die Vorzüge des autonomen Fahrens werden zunehmend gesehen – aber es gibt auch noch Vorbehalte

Während der Individualverkehr im Zuge der Covid-19-Pandemie massiv an Bedeutung gewonnen hat, bleibt die Haltung der Menschen zum automatisierten Fahren in allen Ländern überwiegend abwartend.

Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen den asiatischen Ländern auf der einen und den USA und Europa auf der anderen Seite: Vor allem in China und Japan wird die Entwicklung autonomer Fahrzeuge mehrheitlich als erstrebenswerter Fortschritt bewertet, auf dessen Einführung die Menschen bereits warten.

In Deutschland, Frankreich und den USA geben jeweils mehr als die Hälfte der Befragten an, selbstfahrende Autos seien zwar nützlich, aber auch ein wenig erschreckend.

 

Am wenigsten gefällt den Amerikanern der Gedanke, das Steuer aus der Hand zu geben, hier ist im Ländervergleich die Skepsis am größten. So sagen 75 Prozent der US-Amerikaner, automatisiertes Fahren würde ihnen Angst bereiten. Dieser hohe Prozentsatz hat sich zudem in den vergangenen beiden Jahren nicht verändert. Gleichzeitig hat aber die Technologie in den USA insgesamt einen signifikanten Vertrauensschub erhalten: Sagten noch im Jahr 2018 ebenfalls 75 Prozent der US-Amerikaner, dass sie nicht daran glaubten, dass selbstlenkende Fahrzeuge jemals verlässlich funktionieren werden, ist aktuell noch die Hälfte der Befragten in den USA dieser Meinung. Der langfristige Glaube an diese Technologie erhöht sich merklich. Diese Entwicklung lässt sich auch in den vier Vergleichsländern beobachten. Viel Übereinstimmung gibt es bei den Gründen, die aktuell gegen das autonome Fahren sprechen: In allen Ländern sagen rund 80 Prozent, dass die Gesetzgebung bisher keinen entsprechenden Rahmen für die technische Entwicklung geschaffen hat. Neben der (vor allem technischen) Entwicklung auf Herstellerseite bedarf es demnach aus Sicht der Befragten zentraler gesetzgeberischer Entwicklungen seitens der Politik.

Befürworter selbstfahrender Autos argumentieren mit der überlegenen Sicherheit der Fahrzeuge und dem Zeitgewinn der Passagiere, die während der Fahrt arbeiten oder entspannen können. Beide Argumente finden in Asien bei klaren Mehrheiten Zustimmung, in Europa gibt es Zustimmung nur von durchschnittlich der Hälfte der Befragten.

In Europa und den USA bedauert eine klare Mehrheit, dass sich selbst lenkende Autos den Spaß am Fahren kosten könnten. In den USA hat diese Haltung in den vergangenen beiden Jahren sogar zugenommen. Hier lassen sich unterschiedliche Einstellungen gegenüber dem Verkehrsmittel Auto erkennen: In den USA und Europa, wo der Anteil überzeugter Selbstfahrer besonders hoch ist, ist auch die Sorge vor einem Verlust an Fahrspaß ausgeprägter – der Zeitgewinn, wenn man nicht mehr selbst das Steuer führt, wird als weniger relevant wahrgenommen. In Japan ist der Blick auf das Auto ein eher pragmatischer: Das traditionelle Modell vom Steuern des eigenen Autos herrscht vor, die Menschen sind aber offener für Veränderungen, wenn es ihnen vorteilhaft erscheint. In China ist die Technologieoffenheit am größten, hier besteht auf dem wachsenden Markt großes Potenzial für neue Technologien.

Die Vorstellung, in einem autonomen Robo-Taxi durch die Stadt chauffiert zu werden, findet ein geteiltes Echo. In China ist das Interesse an solchen neuen Technologien am ausgeprägtesten, am skeptischsten sind die Deutschen.

Download der Broschüre "Vom Fahrer zum Passagier: Einstellungen zur technologischen Entwicklung des Autos - pdf (388KB)" im Rahmen der Mobilitätsstudie 2020.

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