Mensch vs. Maschine? Von selbstfahrenden Autos und digitalen Fabriken

Digitalisierung ist ein viel diskutiertes Thema in der Automobilindustrie. Vor allem selbstfahrende Autos und digitale Fabriken stehen dabei oftmals im Fokus des öffentlichen Interesses. Bei beiden Entwicklungen wird gerne der Mensch als Leidtragender beschrieben. Doch die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie fördert den Wohlstand durch die Weiterentwicklung ganzer Branchen und ihrer Wertschöpfungsketten. 

Continentals Finanzvorstand Wolfgang Schäfer erläuterte die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Automobilindustrie und auf Continental im Besonderen in seiner Rede "Mensch vs. Maschine? Von selbstfahrenden Autos und digitalen Fabriken", die er im November 2015 anlässlich einer Medien-Veranstaltung in Düsseldorf gehalten hat.

In seiner Rede “Mensch vs. Maschine? Von selbstfahrenden Autos und digitalen Fabriken" hebt Wolfgang Schäfer im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Digitalisierung vor allem auf zwei Aspekte ab:

1. Produkte


Die Digitalisierung hat also die Automobilindustrie bereits voll erfasst. Viele Innovationen basieren auf Software. Software ist das neue Rad der Industrie. Nichts mehr dreht sich ohne sie.

Vom rein mechanischen Produkt hat sich das Auto mittlerweile zu einem rollenden Computer entwickelt.

Mehr als 170 Sensoren, ca. 90 elektronische Steuereinheiten und mehr als 150 Aktuatoren sind in modernen Fahrzeugen verbaut, die Funktionen wie Notbremsassistenten ermöglichen.

Bereits heute ist Continental mit seinen mehr als 12.000 Software-Entwicklern ein Software-Unternehmen.

Rund 60% der Umsätze im Automotive-Bereich erzielt Continental bereits mit digitalen Produkten.

2. IT/Produktion


Ein weiteres wesentliches Anwendungsfeld der Digitalisierung ist die Produktion, auch als "Industry 4.0" bezeichnet.

So könnten in den kommenden 5-10 Jahren durch bessere Produktivität, Potentiale von 90-150 Milliarden Euro in der deutschen Industrie erschlossen werden. Allein in der Automobilindustrie liegen die Potentiale zusätzlicher Produktivität bei 6-9%. Das damit verbundene Wachstumspotential kann zu einem Beschäftigungszuwachs im Produktionsbereich von bis zu 6% führen.

Die wesentliche Neuerung von Industrie 4.0-Umgebungen besteht darin, dass Produktionssysteme vertikal mit betriebswirtschaftlichen Prozessen innerhalb der Unternehmen vernetzt und horizontal in Wertschöpfungsnetzwerke eingebunden sind sowie in Echtzeit gesteuert werden können.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Optimierung der Lieferketten. Continental liefert ungefähr 1 Milliarde Produkte an Kunden aus der Automobilindustrie aus. Dafür kauft Continental ca. 100 Milliarden Bauteile ein, die in mehr als 100 Werken den Automotive-Divisionen verarbeitet werden. Um diese gewaltige Komplexität noch besser beherrschen zu können, hat Continental mit anderen Unternehmen aus der Zuliefererindustrie eine Lieferantenplattform entwickelt (TOMS – Transport Order Management System).

Ziel ist es bis 2017 ca. 1000 Logistikdienstleister einzubinden und damit ganze Lieferketten in einem Tool und über Unternehmensgrenzen hinweg abzubilden. So kann zum Beispiel die Produktionsplanung auf Basis von Echtzeitinformationen aus der Lieferkette erfolgen.

Hier finden Sie die Charts zur Rede "Mensch vs. Maschine? Von selbstfahrenden Autos und digitalen Fabriken" (PDF)

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