Pressemeldung
21. Januar 2021

86 Prozent der Chinesen wollen ein Elektrofahrzeug

  • Wachsende Nachfrage nach eigenem Fahrzeug in China
  • Coronavirus-Pandemie: Zunahme der Nutzung von Autos und Zunahme von Kaufinteresse für Autos
  • Steigende Nachfrage bei gleichzeitiger Offenheit gegenüber Elektrofahrzeugen kann Technologie deutlichen Nachfrageschub geben
  • Hohe Preise für E-Autos in China kein Kaufhindernis
  • Fehlende Verfügbarkeit von Ladesäulen stört die Befragten in China

Hannover, 21. Januar 2021. Die Bedeutung des Individualverkehrs hat in keinem anderen Land zuletzt so deutlich zugenommen wie in China. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der Continental-Mobilitätsstudie 2020. In Kooperation mit dem renommierten Sozialforschungsinstitut infas wurden dafür bevölkerungsrepräsentative Gruppen von Menschen in Frankreich, USA, Japan, China und Deutschland befragt. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie gaben 46 Prozent der Befragten in China an, sie nutzten das Auto häufiger als zuvor. In Deutschland ist dieser Anteil mit 23 Prozent halb so groß.

China ist seit Jahren als automobiler Wachstumsmarkt von zentraler Bedeutung für Automobilhersteller aus der ganzen Welt. Die Befragungsergebnisse der Continental‑Mobilitätsstudie 2020 zeigen, dass sich der Trend zum eigenen Auto in China weiter verstetigen dürfte: Fast 60 Prozent der Befragten geben an, bereits ein Auto gekauft zu haben oder dies in Betracht zu ziehen.

Zum Schub für die Elektromobilität könnte diese Entwicklung führen, weil die Offenheit gegenüber Elektrofahrzeugen in keinem anderen Land so groß ist: 86 Prozent der Befragten in China geben an, sich den Kauf eines Elektroautos vorstellen zu können. Zum Vergleich: In Deutschland und Frankreich sagen dies nur 35 beziehungsweise 28 Prozent der Menschen. Diese große Spanne zwischen den Ländern wird auch dadurch mitgeprägt, dass in China die Bevölkerung im urbanen Raum durch die Umfrage stärker erreicht wird als die Landbevölkerung.

Continental hat das Wachstumspotenzial im Bereich der E-Mobilität in China bereits seit Langem erkannt. „Der chinesische Markt bleibt ganz essentiell für die weitere Entwicklung der E-Mobilität – und somit auch für uns“, sagt Andreas Wolf, CEO Vitesco Technologies und Mitglied des Vorstands von Continental. Wolf: „Wir gestalten Elektrifizierung in allen Stufen und über alle Fahrzeugsegmente, um die Emissionen insbesondere in den Städten zu reduzieren, gleichzeitig aber auch umweltfreundliche Mobilität für jedermann zu gestalten und moderne sowie nachhaltige Mobilitätslösungen zu schaffen.“ Mit dem Anfang Dezember 2020 verkündeten Programm „Carbon Neutral for Emission Free Vehicles” verbindet Continental als weltweit erster Automobilzulieferer überhaupt die beiden Themen emissionsfreie Mobilität und Klimaneutralität – und schafft auf diese Weise einen neuen, ambitionierten Industriemaßstab. Mit „Carbon Neutral for Emission Free Vehicles“ wird mit Jahresbeginn 2022 sämtliches Geschäft, das Continental mit Produkten für emissionsfreie Autos, Busse oder Straßenbahnen – den „Zero Tailpipe Emission Vehicles“ (ZTEV) – erzielt, auf klimaneutraler Basis produziert.

Ähnlich wie in den anderen befragten Ländern sind nach Meinung der Interviewten auch in China die größten Hemmnisse für die Anschaffung eines reinen Elektroautos die geringe Verfügbarkeit an Ladestationen (63 Prozent) sowie die geringe Reichweite, die mit einer Batterieladung zurückgelegt werden kann (59 Prozent). Desweiteren wirken erzwungene Ladepausen bei längeren Reisen abschreckend (44 Prozent).

Ein hoher Preis spricht bei den Chinesen jedoch gerade bei einem Fünftel der Befragten gegen den Kauf eines Elektroautos. Das ist im Ländervergleich der geringste Wert. In Frankreich liegt dieser Wert bei 55 Prozent, in Deutschland bei 46 Prozent.  

In China gehört das Auto für die meisten Menschen zur täglichen Fortbewegung. 41 Prozent der Chinesen nutzen ihr Fahrzeug mindestens einmal die Woche, und 43 Prozent gaben an, ihren Wagen täglich oder fast täglich zu benutzen.

Rund 60 Prozent der befragten Chinesen meiden seit Ausbruch der Corona-Pandemie öffentliche Verkehrsmittel – der höchste Wert im internationalen Vergleich. Auch Fahrgemeinschaften werden seit Ausbruch der Pandemie weniger genutzt. Stattdessen denkt mehr als die Hälfte der Befragten darüber nach, sich ein eigenes Auto anzuschaffen – oder hat dies bereits getan. Dieser Wert übersteigt mit 58 Prozent die Angaben Deutschlands (6 Prozent), Frankreichs (11 Prozent), Japans (6 Prozent) und den USA (15 Prozent) deutlich.

Fazit

Das Reich der Mitte kann der Elektromobilität einen deutlichen Schub verleihen. Laut den Ergebnissen der Continental-Mobilitätsstudie 2020 nennen Befragte dafür als Gründe die Vorliebe zur Fortbewegung in einem Automobil, den Willen, sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein eigenes Fahrzeug anzuschaffen und eine überwiegend positiv-aufgeschlossene Sicht auf Elektroautos und neue Technologien.

Das Thema Elektrofahrzeuge ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Das Thema Elektromobilität war bereits im Jahr 2011 thematischer Schwerpunkt der Mobilitätsstudie; 2013 wurden die Einstellungen zu diesem Thema ebenfalls abgefragt. Eine Dekade später ist erneut die Zeit für eine Untersuchung gekommen. Wie blicken die Menschen in führenden Industrieländern von drei Kontinenten heute auf die Elektromobilität? Es lohnt sich, das Thema alternative Antriebe – besonders batteriebetriebene Fahrzeuge – in den Fokus zu rücken. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Einerseits ist die Verbreitung der elektrisch betriebenen Fahrzeuge deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, die in den vergangenen Jahren formuliert worden waren. Andererseits ist das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren endgültig im gesellschaftlichen und politischen Mainstream angenommen, für viele Unternehmen ist es vom nice-to-have zu einer zentralen Säule des Geschäftsmodells geworden.

Die Continental-Mobilitätsstudie

Seit 2011 führt das Technologieunternehmen Continental in regelmäßigen Abständen die Continental-Mobilitätsstudie zu unterschiedlichen Fokusthemen durch. Die Mobilitätsstudie 2020 ist bereits die sechste Auflage der Studie, bei der Menschen in Deutschland, Frankreich, den USA, China und Japan zu ihren Einstellungen hinsichtlich verschiedener Aspekte der Mobilität befragt werden. Befragt wurde in der ersten Befragungswelle im September 2020 ein jeweils bevölkerungsrepräsentatives Sample in fünf Ländern von drei Kontinenten.

Neben den Erwartungen und Einstellungen zum elektrischen Fahren wurden Veränderungen der Mobilität vor dem Hintergrund der globalen Covid-19-Pandemie abgefragt. Der Kampf gegen die Verbreitung des Virus hat das Mobilitätsaufkommen in allen befragten Ländern durch strenge Verhaltensmaßnahmen für die Bevölkerung zeitweise massiv reduziert. Gleichzeitig veränderte sich, auch nachdem Maßnahmen gelockert und die Mobilität verstärkt wieder hochgefahren wurde, das Verhalten vieler Menschen. Konkrete Verhaltensänderungen, Einstellungen und Erwartungen lassen sich aus den Umfrageergebnissen ablesen.

Im Rahmen der Mobilitätsstudie 2020 arbeitet Continental mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut infas zusammen, das die Continental-Mobilitätsstudie bereits seit 2011 unterstützt.

Verfügbare Dokumente

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