Die vier Fokusfelder der Nachhaltigkeit:

4. Verantwortungsvolle Wertschöpfungskette

Bis 2050 will Continental die Wertschöpfungskette auf der Grundlage vollständig verantwortungsvoller Beschaffung und Geschäftspartnerschaften umgestalten. In einer vollständig verantwortungsvollen Wertschöpfungskette schafft jeder Partner wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Wert für die Gesellschaft. Durch die Etablierung einer verantwortungsvollen Wertschöpfungskette können insbesondere globale Unternehmen einen enormen positiven Einfluss auf die Gesellschaften, in denen sie tätig sind, ausüben. Jedes dieser Unternehmen verfügt über großes Potenzial, die Welt zum Besseren zu verändern und für die prognostizierte Weltbevölkerung von zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050 zu einem Leben in Würde beizutragen. Darüber hinaus sichern sich Unternehmen durch verantwortungsvolles Handeln ihre eigene zukünftige Geschäftsperspektive.

Als Global Player bedeutet dies für Continental kurz- bis mittelfristig, die Risiken und Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit unter die Lupe zu nehmen, um die soziale und ökologische Bilanz zu verstehen und zu verbessern. Zu diesem Zweck folgt das Unternehmen dem weltweit akzeptierten Konzept der „Human Rights Due Diligence“ (zu Deutsch: „menschenrechtliche Sorgfalt“), wie es in den Leitprinzipien der Vereinten Nationen und den OECD-Richtlinien definiert ist.

„Langfristig muss Continental jedoch weitreichendere Schritte unternehmen. Das Hauptziel besteht darin, die Menschenrechte und die Umwelt in jedem Glied der Kette zu respektieren, von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zu den Kunden, um gemeinsam einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen“, sagt Vorstandsmitglied Dr. Ariane Reinhart. Dazu müssen unter anderem neue Partnerschaften geschlossen werden, um negative soziale oder ökologische Auswirkungen in der Wertschöpfung abzuwenden, bevor sie entstehen. Diese große Veränderung wird nicht über Nacht geschehen, sondern muss Schritt für Schritt angegangen werden.

Dieser Gangartwechsel ist für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in den kommenden Jahrzehnten unerlässlich. Eine verantwortungsvolle Wertschöpfungskette trägt maßgeblich dazu bei, auch langfristig den Zugang zu Ressourcen und Märkten weltweit zu sichern. Die zukünftigen Wachstumsmärkte für Continental – und somit die „Kundschaft von morgen“ – sind bereits jetzt ein entscheidender Teil der Lieferketten des Unternehmens. Wertschöpfung in diesen Märkten sowie die Unterstützung ihrer politischen Stabilität und Entwicklung werden daher gleichzeitig auch den zukünftigen Kundenkreis von Continental erweitern.

Auch wenn der Weg bis 2050 erneut ein langer Marathon ist, schließt dies schnelle Sprints heute keineswegs aus. So hat Continental bereits Ende 2019 mit Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das sich auf die Entwicklung und Verbreitung einer technischen Lösung für die Abbildung von Nachhaltigkeitspraktiken in der Naturkautschuk-Lieferkette spezialisiert: Rubberway®.

Rubberway® ist eine technische Plattform, die Praktiken und Risiken bezüglich Umwelt, sozialer Natur sowie gesellschaftlicher Verantwortung entlang der gesamten Liefer- und Produktionskette der Naturkautschuk-Industrie feststellt und evaluiert – von den vorgelagerten Plantagen bis hin zu den nachgelagerten Gummiverarbeitungswerken. Rubberway® wird seinen Nutzern – das sind aktuell vor allem Reifenhersteller – die gesammelten Daten liefern, damit sie die Nachhaltigkeit in der Naturkautschuk-Lieferkette überwachen und verbessern können. Die Lieferkette der Naturkautschuk-Industrie ist hochkomplex, mit rund sechs Millionen Kleinbauern, 100.000 Zwischenhändlern und mehr als 500 Verarbeitungsbetrieben.

Die technische Plattform Rubberway®, die in Zusammenarbeit von Softwareentwickler SMAG, Continental und Michelin realisiert wurde, ist seit 2017 einsatzbereit und wird bereits in einigen der größten Produzentenstaaten verwendet. Darunter befinden sich Thailand, Indonesien, die Elfenbeinküste, Nigeria, Ghana und Brasilien. Mit der Partnerschaft wollen die drei Beteiligten Rubberway® zu einer unabhängigen Lösung machen, die von allen anderen Unternehmen der Naturkautschuk-Branche leicht verwendet werden kann und dadurch zu mehr Transparenz in der Lieferkette beiträgt.

Die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Lieferkette ist auch das Ziel einer Partnerschaft zwischen Continental und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Die beiden Partner haben im Herbst 2020 erstmals eine globale Kautschuk-Lieferkette vom Anbau in Indonesien über die Weiterverarbeitung bis zur Reifenproduktion in Deutschland lückenlos rückverfolgbar gemacht.

Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft des develoPPP.de-Programms geförderte Projekt kann alle Schritte der Lieferkette mit einem Rückverfolgungssystem dokumentieren. Das ermöglicht nachhaltigen Kautschukanbau, schützt den Wald und verbessert das Einkommen der lokalen Bevölkerung. Die 450 bisher an das Projekt angeschlossenen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nehmen durchschnittlich zehn bis fünfzehn Prozent mehr Geld mit dem von ihnen produzierten nachhaltigen Naturkautschuk ein als üblich. Continental und die GIZ kooperieren bereits seit 2018 im indonesischen West-Kalimantan auf Borneo.

Ein anderes Beispiel im Bereich Kautschuk für verantwortungsvolle Lieferketten und technologischen Fortschritt ist Taraxagum: Dahinter steckt die Idee, Naturkautschuk von Kautschukbäumen, ohne den bis dato in der Gummiproduktion für Auto- oder Fahrradreifen nichts ging, teilweise und Schritt für Schritt durch Löwenzahnwurzeln zu ersetzen. Diese Verbreiterung der Quellen für die Reifenproduktion stellt perspektivisch eine Entlastung für bis dato sehr beanspruchte tropische Regionen dar, in denen der Naturkautschuk wächst.

Ende 2018 nahm Continental dafür das „Taraxagum Lab Anklam“ genannte Forschungs- und Versuchslabor in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb. Seitdem werden dort der Anbau und die Verarbeitung von Russischem Löwenzahn als alternative Rohstoffquelle zum Kautschukbaum in den Tropen erforscht. Bereits 2014 wurde das erste Muster eines Premium-Winterreifens mit einem Laufstreifen aus reinem Löwenzahnkautschuk auf die Straße gebracht. Auf der IAA 2016 folgte dann der erste Lkw-Reifen mit einem Laufstreifen aus Taraxagum-Kautschuk. Bereits in Serie produziert Continental Fahrradreifen aus Taraxagum. Diese sind nicht nur umweltschonend, sondern auch formschön – und mit einem renommierten „Ret Dot Design Award“ dekoriert.

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